Aachen - Wo Integration im „Café Life” auch hörbar wird

Wo Integration im „Café Life” auch hörbar wird

Von: chc
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Geglückter finanzieller Kraftakt: Die Schirmherrin Sabine Verheyen und Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wünschten dem neuen Freizeit- und Begegnungszentrum der Lebenshilfe auch nach der Eröffnung viele Besucher. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wenn sich ungezählte Gespräche zu einem beständigen Gemurmel zusammenfügen und das regelmäßige Aufeinandertreffen von Besteck und Porzellan die akustischen Akzente setzt, dann hört sich das nach einem gut gefüllten Café an. Und nach Integration. Bei der Lebenshilfe ist das jedenfalls so.

Dabei ist das „Café Life” nur ein Bestandteil des neuen Freizeit- und Begegnungszentrums an der Adenauerallee, das der Verein jetzt eröffnete. Dass es eine zentrale Rolle spielt, ist für Professor Gerd Ascheid aber sonnenklar.

Natürlich erzählte er bei der Einweihung des Gebäudes von der 2. Etage, wo die tollen neuen Wohnungen für Menschen mit Behinderung entstanden sind. Auch den neuen Gymnastik- und Snoezelenraum ließ er nicht außen vor, genauso wenig wie die ansprechend gestaltete Umgebung für den „Familienentlastenden Dienst”.

Aber für Ascheid, Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe, ist das Café vielleicht der wichtigste Raum im ganzen Gebäude. „Unser Ziel ist mehr Selbständigkeit. Und da muss man auch daran denken, dass man Kontaktmöglichkeiten schafft.”

Die ergeben sich bei einem Besuch im „Café Life” von ganz alleine. Bis auf die beiden professionellen Chefköche sind dort ausschließlich Menschen mit Behinderung beschäftigt.

Ulla Schmidt hofft, dass sehr bald „auch die Nachbarschaft merkt, wie schön es ist, hierhin zu kommen”. Und die Bundesgesundheitsministerin sparte nicht mit Lob für die Lebenshilfe.

Das Ziel, „dass es wirklich normal ist, verschieden zu sein”, habe der Verein seit seinem Bestehen stets als Antriebsmotor verstanden, sagte Schmidt. Und es gehöre viel Mut dazu, so ein ambitioniertes Projekt wie das Freizeit- und Begegnungszentrum anzugehen.

Die ersten Planungen, die 1600 Quadratmeter Nutzfläche möglichst sinnvoll zu füllen, hatten vor rund drei Jahren begonnen. Ideen gab es reichlich, Geld dagegen war Mangelware. Aber es dauerte nicht lange, da ließen sich viele vom Projekt überzeugen.

Die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW zum Beispiel, die mit 500.000 Euro das finanzielle Fundament für das rund zwei Millionen Euro teure Freizeit- und Begegnungszentrum legte. Aber es gab viele weitere Spender. Die Rockband aus Eschweiler zum Beispiel. „Die fanden einfach, dass das ´ne gute Idee ist”, sagte Ascheid.

Die Europaabgeordnete Sabine Verheyen sah das genau so, deswegen hatte sie die Schirmherrschaft übernommen. Bei der Eröffnung sagte die CDU-Politikerin: „Ich hoffe, dass alle, die heute hier sind, auch in Zukunft regelmäßig vorbeikommen.”

Dem konnte sich Georg Bräutigam, Vertreter des Lebenshilferates, nur anschließen: „Es ist einfach wichtig, dass sich Menschen mit und ohne Behinderung hier treffen und sich austauschen.” Damit es bei der Lebenshilfe weiter nach Integration klingt.
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