Aachen - Wo die Zeit langsamer vergehen kann

Wo die Zeit langsamer vergehen kann

Von: Anja Klingbeil
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Aachen. Erstaunlich, phantastisch, unbegreiflich: Augen, die sich herausnehmen lassen und trotzdem weiter sehen können, Maschinen, die die Zeit verlangsamen, ein Metall, unfassbar stabil und dennoch gut zu formen - in Wielands Welt ist alles möglich. Der Gelehrte ist Protagonist in Dr. Heiner Jüttners Buch „Die Entdeckung der Unwirklichkeit”.

Eine Geschichte zwischen „Fantasy, Surrealismus und technischer Utopie”, ist sein literarisches Erstlingswerk, wie der gebürtige Dortmunder sagt. Roter Faden und verbindendes Element ist die Figur des Wieland, der sich ganz im Shakespearschen Sinne fragt: „Sein oder Nichtsein?”

Ursprünglich waren Jüttners Texte nur Kurzgeschichten. Doch der Verleger riet ihm, diese in eine Rahmenhandlung einzubetten. Gesagt, getan. „Aus 60 Seiten wurden so 140”, erzählt der 70-Jährige. Knapp drei Jahre hat Jüttner daran gearbeitet. Ideen für seine phantastische Welt sind ihm unter anderem auf der Hin- und Rückfahrt zu seinem Arbeitsplatz in den Sinn gekommen. „Ich habe deswegen immer einen kleinen Zettel bei mir, um alles sofort zu notieren”, erzählt Jüttner.

Ein realer Kern

Heiner Jüttner, Diplom-Kaufmann und promovierter Wirtschaftswissenschaftler, kandidierte unter anderem zweimal für den Bundestag. In Aachen war er erster grüner Beigeordneter der Stadtverwaltung. Danach Geschäftsführer beim Wasserwerk in Roetgen.

Mit „Die Entdeckung der Unwirklichkeit” wagt der Autor den ersten Schritt ins Genre der Belletristik. Für das Reich des Phantastischen habe er sich immer schon interessiert. Auch wenn er als Wirtschaftswissenschaftler eigentlich sehr realitätsbezogen arbeiten muss, wie Jüttner sagt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass viele der Entdeckungen und Phänomene, die er in seinem Buch beschreibt, zumindest einen kleinen realen Kern haben. „Ich habe sehr viel recherchiert. Die technischen Entwicklungen, die ich beschreibe, sind nicht ganz undenkbar.”

Der offene Schluss seines belletristischen Debüts lässt den Leser ohne Antwort zurück. Wieland springt ins Nichts, in die Unwirklichkeit. Er hält den Zeitpunkt für eine „Zweite Aufklärung” gekommen. Er will „jede Gängelung des Geistes und seiner Vorstellungskraft beenden”. „Was danach kommt, soll sich jeder selbst überlegen”, sagt Jüttner.

Zweiter Teil möglich

Oder aber auf die Fortsetzung warten. Denn wird das Buch ein Verkaufsschlager, soll es einen zweiten Teil geben, verrät Autor Heiner Jüttner. Einige Ideen dazu hat er bereits auf seinem Zettel notiert, den er immer bei sich trägt.

Heiner Jüttner, „Die Entdeckung der Unwirklichkeit”, BrunoMedia Buchverlag, 143 Seiten, 12,80 Euro, ISBN 978-3-9814012-4-0.
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