Wo dem Schnee das letzte Stündlein schlägt

Von: Robert Esser
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Zum Dahinschmelzen: Stadtbetrieb und private Entsorger transportieren Schneeberge tonnenweise ab - zu Friedhöfen, zu einem alten Firmengelände am Madrider Ring und auf innerstädtische Grünflächen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. An vielen Haltestellen ging nichts mehr. Buchstäblich. Meterhohe Schneeberge trennten potenzielle Fahrgäste der Aseag vom guten Einstieg. Seit Dienstag ist nun Abhilfe in Sicht - auch ohne Tauwetter.

Der Stadtbetrieb schickte mehrere Fußkolonnen durch Aachen, die sich mühsam von Haltestelle zu Haltestelle vorgraben. „Erst wenn neuer Schneefall einsetzt, müssen wir die Mitarbeiter abziehen und wieder auf die Räumfahrzeuge setzen”, sagt Stadtbetriebsleiter Franz Narloch.

Privatunternehmer statt Bauern

Gleichzeitig wird Schnee jetzt in Massen abtransportiert. In zu vielen Straßen behindern tausende Tonnen der fest verfrorenen Pracht seit Tagen die Müllabfuhr. Die schweren Abfalllaster kommen nicht durch. „Zudem kann man die teils 1100 Liter großen Müllbehälter nicht über diese riesigen Schneewälle wuchten”, erklärt Narloch.

Per Radlader und Lkw schaufelt der Stadtbetrieb mit Unterstützung eines Privatunternehmens nun die Wege frei. Pro Schaufel werden bis zu zwei Tonnen Schnee auf die Ladeflächen gewuchtet. Ziel der Schnee-Lkw ist vor allem ein 10.000 Quadratmeter großes ehemaliges Firmengelände direkt hinter dem städtischen Betriebshof am Madrider Ring. „Wir fahren aber auch Friedhöfe an, deren Erweiterungsgebiete jede Menge Schnee verkraften - zum Beispiel auf der Hüls.”

Geplant ist aber auch, Schneeberge auf einige innerstädtische Grünflächen zum türmen. „Aber natürlich nicht dahin, wo Grünflächen beeinträchtigt werden könnten - wie etwa im Kurgarten”, betont Narloch. Angefangen haben die rund 250 Stadtbetriebler mit dem Abtransport unter anderem auf Kullen, am Klinikum, der Vaalser Straße, an der Salierallee und der Pfalzgrafenstraße.

Empört hat die Stadt übrigens dem Vernehmen nach Angebote von einigen Landwirten abgelehnt, die tatkräftige Hilfe beim Abtransport der Schneemassen in Aussicht gestellt hatten. Mit geländegängigen Traktoren samt Schaufel und Anhängern wollten sie mit der kalten Masse Asche machen - und boten ihre Dienste für rund 150 Euro pro Stunde an. Viel zu teuer.

Die Stadt entschied sich für einen deutlich preiswerteren privaten Dienstleister, der mittlerweile Material und Personal auf Aachens Straßen beordert hat. Dort ist übrigens auch die Aseag mit einem eigenen Räumdienst unterwegs, wie Sprecherin Anne Linden erklärt. Derweil konnte der durch die extreme Witterung stark beeinträchtigte Linienverkehr „wieder auf 90 Prozent hochgefahren werden”.

Die städtischen Planungen in Sachen Müllabfuhr schreiten unterdessen weiter voran. Bis zum Wochenende will man sämtliche Wohnstraßen des insgesamt rund 1000 Kilometer langen Aachener Verkehrsnetzes erreichen können. Gestreut wird nach der Schneeräumung vornehmlich Granulat, durchmischt mit etwas Salz.

„Es ist weiterhin möglich, gefüllte Müllsäcke an den Straßenrand zu stellen, wir holen so schnell wie möglich alles ab - nicht nur die Tonnen, die zuletzt nicht geleert werden konnten”, erläutert Narloch. Wenn das nicht ausreicht, sollen in einigen Tagen Müllsammelstellen ausgewiesen werden, zu denen man Hausmüll in Tüten und Säcken bringen kann. Da geht doch was.
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