Aachen - Wo Aachens Autofahrer der Schlag trifft

Wo Aachens Autofahrer der Schlag trifft

Von: Robert Esser
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Hart an der Schmerzgrenze: Tiefe Schlaglöcher – unser Bild zeigt den oft betroffenen Suermondtplatz – beeinträchtigen den Fahrkomfort, gefährden die Verkehrssicherheit, erhöhen die Lärmbelastung für Anwohner und kosten die Stadt Jahr für Jahr mehr Geld. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wenn Asphalt wegsprengt, Schotter fliegt und uraltes Kopfsteinpflaster durchbricht, trifft Autofahrer der Schlag. Buchstäblich.

Obwohl in den vergangenen Jahren viele Straßenkilometer in Aachen saniert wurden, kommt die Abteilung „Straßenunterhaltung und Brückenbau“ des Stadtbetriebs mit der Reparatur der Schlaglochpisten kaum nach – was viele Leserinnen und Leser im Rahmen der AZ-Umfrage „Was bewegt Sie in Aachen?“ (www.was-bewegt-sie.de) bemängelt haben.

Flickenteppiche sind unübersehbar. Etwa am Suermondtplatz: Dort hat auch der extreme Baustellenverkehr Richtung Kaiserplatz Spuren hinterlassen. Immer wieder brechen notdürftig gefüllte Schlaglöcher auf. Dass die knapp 50 Mitarbeiter des Instandhaltungstrupps in vier strengen Wintermonaten rund 1700 Einsätze im Stadtgebiet fahren und dabei rund 250 Tonnen Asphalt verbauen, gilt als normal. Doch selbst nach zuletzt wärmeren und schneearmen Wintern treten Schäden zuhauf zutage. Und können bis zum Sommer nicht überall abgearbeitet werden.

Mancherorts rücken die Straßenwärter seit vielen Jahren zu den selben Rissen und Löchern an. Beispiel Turmstraße Richtung Saarstraße. Hinter der Brücke (vor der Kreuzung Claßenstraße) kann man kaum noch von harmlosen Spurrillen sprechen. Die Asphaltdecke schlägt hier Wellen. Beim Anbremsen vor der Ampel droht dadurch das Ausbrechen des Fahrzeugs nach links oder rechts. Die Sanierung steht laut Presseamt in der zweiten Jahreshälfte auf dem Plan.

Vorsicht ist auch Am Hangeweiher geboten. Da klaffen radkappengroße Schlaglöcher und meterlange Risse. Unter Fahrradfahrern ist die holprige Route zum Freibad berüchtigt.

Jahrelang verschoben hat die Stadt die überfällige Sanierung der Bismarckstraße auf dem Abschnitt zwischen Goerdelerstraße und Adalbertsteinweg. 350.000 Euro hatte die Politik dafür schon im Januar 2014 abgesegnet. Weil Kranarbeiten für einen Hausbau derzeit Fahrbahnteile blockieren, ist die Straßenerneuerung 2015 zunächst ein weiteres Mal ausgesetzt.

Unter – beziehungsweise über – den Schlaglöchern leiden nicht nur Autostoßdämpfer und Fahrzeuginsassen, sondern auch Anwohner. Vor allem Lkw und Busse, die beispielsweise auf der Jakob-straße über Asphaltkrater brettern, verursachen an den Bruchkanten Schläge, deren Echo laut durch die Häuserschluchten hallt.

Schon vor vier Jahren hatte die Stadtverwaltung in einem Sachstandsbericht zu Straßenschäden allein die Kosten für die kurzfristige Beseitigung von Schlaglöchern auf 120.000 Euro beziffert. Und wörtlich hinzugefügt: „Es ist zu erwarten, dass sich die Kostensteigerung für diese Flickerei in den nächsten Jahren fortsetzt, so dass für die Substanzerhaltung der Straßen immer weniger Mittel zur Verfügung stehen.“ Um wie viel sich diese Ausgaben aktuell erhöht haben, soll die Verwaltung nun herausfinden.

Investieren will man 2015 – unter anderem – in Malmedyer Straße und Erberichshofstraße. Falls der neue Asphalt das Budget nicht noch sprengt und die Pflaster-Projekte rausfliegen, weil der Schotter fehlt... Im übertragenen Sinne.

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