Wissen um Klimwandel nutzen: Vortrag der Initiative Aachen

Von: Rene Benden
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Da kommt was auf uns zu: Das Bild, das unserem Leser Pascal Hahulla am Kaiserplatz gelungen ist, sieht nach aufziehender Apokalypse aus. Tatsächlich gingen seinerzeit unglaubliche Wassermassen über Aachen nieder.

Aachen. Starkregen, Stürme, wärmere Temperaturen – dass sich der Wandel des globalen Klimas auch in unseren Breiten bemerkbar macht, ist wissenschaftlicher sowie gesellschaftlicher Konsens. Die daraus resultierende Frage lautet: Wie kann man sich auf die Veränderungen lokal einstellen?

Die Initiative Aachen lädt am 25. Februar um 19 Uhr in den Krönungssaal des Aachener Rathauses ein, um genau diese Frage zu diskutieren. Bei der Veranstaltung „Stadt. Plan! Klimaprognosen – global und regional“ werden Experten darüber sprechen, was der Klimawandel für Aachen bedeutet.

Grundlage heutiger Klimaprognosen sind komplexe Rechenmodelle, die erst durch den Einsatz von modernsten Hochleistungscomputern möglich werden. Einer der modernsten Klimarechner steht derzeit in Hamburg beim Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ). Der Geschäftsführer des DKRZ, Professor Thomas Ludwig, wird bei der Veranstaltung einen Einblick geben, wie Klimasimulationen heute erstellt werden. „Im Gegensatz zu Wettervorhersagen benötigen Klimasimulationen viel leistungsstärkere Rechner und erzeugen enorme Mengen von Ergebnisdaten“, sagt Ludwig. Das exponentielle Anwachsen der verfügbaren Rechnerleistung stelle eine Voraussetzung für eine zunehmend differenziertere Klimasimulation dar. Man hoffe, dass neue Rechnergenerationen leistungsfähig genug sein werden, um Simulationen zur Wolken- und Niederschlagsbildung durchführen zu können.

Entscheidend wird sein, wie Städte das wachsende Wissen über den Klimawandel für ihre Entwicklung nutzen. Das weiß auch Werner Wingenfeld, Dezernent für Planung und Umwelt der Stadt Aachen. „Wir wissen heute einiges mehr über die Zusammenhänge – dank der immer präziseren Klimaforschung. Wir wissen auch, wie wir die Klimafolgen beeinflussen können. Wir müssen es nur tun. Mehr denn je gilt: global denken, lokal handeln“, sagt Wingenfeld.

Die RWTH Aachen arbeitet daran, die Erkenntnisse der Klimaforschung konkret in die Stadtplanung einzuarbeiten. „Ein aktuelles Forschungsfeld der Stadtklimatologie ist die Analyse von Wirkungen des Klimawandels speziell auf solche Prozesse, die bioklimatisch eine Belastung für die Stadt darstellen oder diese abmildern können“, sagt Dr. Gunnar Ketzler vom Geografischen Institut. Es gelte nun, die Stadtplaner dabei zu beraten, wie der Baubestand an den Klimawandel angepasst werden könne und wie vorteilhaft für eine Stadt gebaut werden müsse.

Dr. Dirk Vallée vom RWTH-Institut für Stadtbauwesen hat für die Städteregion Strategien entwickelt, mit denen Flächen und Immobilien an die zunehmenden Extremwetterereignisse angepasst werden können. Ein Schwerpunkt dabei ist, regionale Wirtschaftsunternehmen dafür zu sensibilisieren. „In jedem Fall ist Vorsorge wirtschaftlicher als Produktionsausfall durch überschwemmte Betriebsstätten nach Starkregenereignissen“, sagt Vallée.

Professor Gisela Engeln-Müllges, Vorstandssprecherin der Initiative Aachen, ist davon überzeugt, „dass wir hervorragende Fachleute haben, um kompetent über dieses wichtige Thema diskutieren zu können“.

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