Aachen - Wirtschaftsrat: Erlöse meistens maximiert

Wirtschaftsrat: Erlöse meistens maximiert

Von: Sebastian Dreher
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Aachen. Am 25. Oktober 1986 wurde die ostchinesische Großstadt Ningbo Partnerstadt von Aachen, und so alt sind auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Städten. „Mittlerweile sind die gemeinsamen Aktivitäten kaum noch zu bewältigen”, erklärte Herbert Prömper, der Sprecher des Vorstandes des Wirtschaftsrates der CDU, Sektion Aachen.

Ein Grund für diese vielfältigen Beziehungen ist auch, dass die Wirtschaftskrise die Weltmacht China „nicht grundsätzlich tangiert hat”, wie der ehemalige Bankdirektor erläutert. „60 Prozent der befragten deutschen Unternehmen in China konnten im letzten Jahr ihre Gewinne maximieren.”

Der Wirtschaftsrat hatte ausgewählte Vertreter heimischer Unternehmer in die Gastronomie Rosenpark in Laurensberg geladen, bei Kartoffelsuppe und Tafelspitz den Ausführungen des neuen chinesischen Botschafters Wu Hongbo zu lauschen. Dieser begann seinen Vortrag in Englisch, wechselte jedoch nach einigen Sätzen zu seiner Mutersprache. „Wenn man eine fremde Sprache spricht, kann man sich zwar immer darauf berufen, sich missverständlich ausgedrückt zu haben, falls es sein muss”, sagte der Botschafter und erntete zustimmendes Gelächter, „aber nach solch einem reichhaltigen Essen fällt mir das Reden auf Chinesisch leichter.”

Es folgten zahlreiche Details über die Handelsbeziehungen zwischen dem Reich der Mitte und Deutschland. Die Nachricht, dass China den Partner als Exportweltmeister abgelöst hat und auch im Bereich Export auf Platz zwei in der Welt steht, relativiert Wu Hongbo unmittelbar mit der Einsicht, dass diese Leistung mit Blick auf die enorme Bevölkerungszahl gesehen werden muss. Da stünden 80 Millionen Deutschen 1,3 Milliarden Chinesen gegenüber. Von denen lebten 750 Millionen in ländlichen Gebieten und 200 Millionen gehörten zu der Gruppe der Wanderarbeiter, die für einen minimalen Lohn der Arbeit hinterreisen und nur selten in ihre Heimat zurückkehren können. „Wir haben noch viel zu tun”, lautete Wu Hongbos Statement über das Reich der Mitte.

Viel Lob fand er für das rechtzeitige Erkennen der weltweiten Wirtschaftskrise und der dazu gehörigen Maßnahmen seiner Regierung zur Stabilisierung des riesigen Landes. Sinnbildlich dafür sei das chinesische Wort für Krise, das auch „Chance” bedeutet.

Herbert Prömper, der für die Pflege der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Städten Aachen und Ningbo regelmäßig nach Fernost reist, konnte den Erfolg der Entscheidungen bestätigen: „Man muss sich nur das zu erwartende Bruttoinlandsprodukt unserer beiden Länder für 2010 anschauen. 1,5 Prozent erwartetes BIP-Wachstum in Deutschland und 11,5 Prozent in China.”
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