Aachen - Wirichsbongardstraße: Ekelhafte Zustände vergraulen Kunden

Wirichsbongardstraße: Ekelhafte Zustände vergraulen Kunden

Von: Robert Esser
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Sie beklagen - neben vielen we
Sie beklagen - neben vielen weiteren Geschäftsleuten - ekelhafte Folgen nächtlicher Partyorgien in der Wirichsbongardstraße: (v.l.) Hutmacherin Julia Pauli, Hörgeräteakustikerin Kathrin Mahlberg, Gastronom Wassilios Kotsalidis, Galerist Rainer Bringmann und Künstler Detlef Kellermann.

Aachen. Exkremente in Hauseingängen, zerkratzte Schaufensterscheiben, haufenweise Imbissmüll auf der Straße, zertretene Blumenbeete: Wassilios Kotsalidis ist stinksauer. Der Gastronom begrüßt seine Kundschaft seit 42 Jahren im Restaurant „Calypso”.

Aber die Kundschaft macht sich rar - wofür Kotsalidis auch viele Besucher der Diskothek direkt gegenüber verantwortlich macht. Der Tanzklub existiert fast ebenso lange wie das griechische Lokal, aber das Tischtuch ist zerschnitten. „Die feiern im Nightlife nicht nur bis tief in die Nacht - sondern mittlerweile bis zum nächsten Mittag”, sagt Kotsalidis.

Besoffene Partygänger ließen dann ihrer enthemmten Stimmung - buchstäblich - freien Lauf: „Alles ist verdreckt. Überall findet man Exkremente”, klagt er. Alkoholisierte Jugendliche hätten sich bereits unmittelbar vor seiner liebevoll begrünten Außenterrasse übergeben. „Das vergrault allen die Kundschaft”, sagt er.

Bei einer Umfrage unserer Zeitung in benachbarten Geschäften ist das Stimmungsbild eindeutig: „Ich habe hier schon Haufen vor meiner Ladentüre entfernen müssen. Morgens stinkt es fürchterlich”, sagt eine Dame im benachbarten Möbelgeschäft. Hörgeräteakustikerin Kathrin Mahlberg (Hörgeräte Jonen) stört der Abfall vor der Türe. „Verpackungen werden achtlos weggeworfen, es fehlen Mülleimer”, erklärt sie. Zwei Imbissbuden versorgen die Nachtschwärmer hier in Diskonähe rund um die Uhr. „Was die Leute liegenlassen, sammele ich jeden Morgen ein”, sagt Hutmacherin Julia Pauli. „Man kann froh sein, wenn die Blumen nicht jede Nacht zertreten werden.”

Rentner Egon Läufer wohnt im Nebenhaus: „Ich verstehe diese Jugend einfach nicht mehr: Alles wird zerstört, beschmutzt, beklebt, besprüht - die haben überhaupt keinen Respekt”, sagt er. Der Künstler Detlef Kellermann ärgert sich nicht nur über den Schmutz: „Man hat meine Schaufenster zerkratzt; der Schaden beträgt 12.000 Euro.” Natürlich entkamen die Täter unerkannt.

Schon 2010 hatte die Stadt in der „Rahmenplanung Gasborn und Suermondtviertel” zur Wirichsbongardstraße festgestellt: „mangelnde Gestaltungsqualität, mangelndes Mobiliar, mangelnde Abfalleimer, Sitz- und Spielmöglichkeiten, keine einheitliche Bepflasterung, mangelnde Bepflanzung”. Geändert hat sich seitdem kaum etwas. Das Geld fehlt. Doch den Geschäftsleuten ist klar, dass die Probleme damit ohnehin nicht gelöst wären. „Wir brauchen hier öfter die Stadtreinigung - und mehr Ordnungskräfte”, fordert Kotsalidis.

Vielleicht könne auch der Betreiber der Diskothek seiner Kundschaft mal ins Gewissen reden, meint der Gastronom. Entsprechende AZ-Anfragen ließ der Nachtklubchef unbeantwortet. Im Ordnungsamt seien diesbezüglich seit knapp zwei Jahren keine Beschwerden aktenkundig geworden, teilte indes das Presseamt mit.

Ordnungsamt oder Polizei einschalten

Die Stadt plädiert an Geschäftsleute und Anwohner, Sachbeschädigungen, Ruhestörungen, Verschmutzungen etc. unverzüglich zu melden. Verwaltung und gegebenenfalls die Polizei würden unverzüglich reagieren - auch in der Wirichsbongardstraße. Hierzu stehe das Ordnungsamt unter der Hotline Telefon 4322801 und via Email unter gaststaetten@mail.aachen.de zur Verfügung, so das Presseamt.

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