Wird Therme für Millionen aufgehübscht?

Von: Oliver Schmetz und Stephan Mohne
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Wellness-Oase im Konkurrenzkampf: Um mithalten zu können, wollen die Carolus Thermen investieren. Foto: Andreas Herrmann
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Vor allem im Saunabereich. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Tausend Badegäste strömen im Schnitt pro Tag in die Aachener Carolus Thermen. Und Millionen Euro müssen fließen, damit das auch in Zukunft so bleibt. So sieht man es jedenfalls bei der Aachener Kur- und Badegesellschaft (Kuba), die den Bade- und Saunatempel an der Passstraße betreibt.

„Es geht darum, die Anlage zeitgemäß zu modernisieren“, bestätigt Till Schüler, in den Carolus Thermen fürs Marketing und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, auf Anfrage der AZ. „Und für kleines Geld wird man da sicherlich nicht viel erreichen.“

Dem Vernehmen nach sind rund fünf Millionen Euro nötig, um das 14 Jahre alte Bad, das kürzlich seinen fünfmillionsten Besucher begrüßt hat, marktgerecht aufzuhübschen. Entsprechende erste Ideen hat Kuba-Geschäftsführer Werner Schlösser unlängst den Mehrheitsfraktionen von CDU und SPD vorgestellt. Außerdem wurde der nicht unerhebliche Investitionsbedarf bereits im Kuba-Aufsichtsrat diskutiert. Umgestalten und verschönern will man mit dem Geld vor allem den Saunabereich, der möglicherweise auch ausgebaut werden soll.

Außerdem sollen die Außenanlagen attraktiver gemacht und Duschbereiche neu gestaltet werden. „Wir sind seit 14 Jahren auf dem Markt, und seitdem hat sich der Markt verändert“, sagt Schüler und denkt dabei vor allem an „neue Mitbewerber“, die demnächst auf den Markt drängen. So richtet man wie in vielen Bädern in der Region auch in der Aachener Therme einen bangen Blick nach Euskirchen, wo im Frühsommer eine neue, 70 Millionen Euro teure „Thermen- und Badewelt“ eröffnen soll – zumal „die Kunden mobiler geworden sind und heute eher mal 70 Kilometer fahren als früher“.

Sowohl Schüler als auch der Vorsitzende des Kuba-Aufsichtsrats, Ernst-Rudolf Kühn (CDU), betonen jedoch, dass es sich bei den Investitionen zumindest größtenteils nicht um dringend nötige Sanierungen, sondern um Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung handeln würde. „Das Haus ist in sehr gutem Zustand, wenngleich es nach 14 Jahren natürlich Gebrauchsspuren gibt“, sagt der Thermen-Sprecher.

In Sachen Sanierung stehen laut Kühn die Erneuerung der Brandschutzanlage und eines Trafos auf der Liste. Es gibt allerdings keine Schäden wie vor einigen Jahren, als die fehlerhaft konstruierten Fenster ausgetauscht werden mussten. Für die Schlamperei konnte man damals noch nicht einmal jemanden zur Rechenschaft ziehen – die verantwortliche Firma war schon pleite.

Probleme bereitet den Carolus Thermen derweil auch die für kommenden Sommer geplante Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes auf den Saunaeintritt von heute 7 auf dann 19 Prozent. Darüber sei man „entsetzt“, so Schüler – und außerdem in Gesprächen mit dem Finanzamt, um eine Lösung zu finden. Nicht auszuschließen ist aber wohl auch, dass in dem Zusammenhang erstmals nach vier Jahren wieder die Eintrittspreise erhöht werden müssen. Und da wäre es sicher gut, wenn man den Gästen ein attraktiveres Bad anbieten könnte.

Ob und in welchem Umfang investiert werden kann, hängt letztlich von den politischen Beschlüssen ab. Soll heißen: Die Frage ist, inwieweit die Politik bereit ist, Geld aus dem städtischen Haushalt bereitzustellen – zumal aus diesem nach wie vor ein jährlicher Zuschuss von 1,5 Millionen Euro in die Carolus Thermen fließt. Entscheidungen über die Investitionen sind bislang allerdings weder im Aufsichtsrat noch in den Fraktionen gefallen. Hinzu kämen überdies hohe Einnahmeausfälle in der Umbauphase, die einkalkuliert werden müssen.

Dem Vernehmen sieht die Politik die Notwendigkeit der Attraktivierung ebenfalls. Bleibt die Frage, ob das der marode Etat der Stadt hergibt. Laut Kühn könne man im Zweifelsfall darüber nachdenken, die einzelnen Maßnahmen in einem Stufenplan abzuarbeiten.

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