Haaren - Wirbel um Stützmauern im Neubaugebiet

Wirbel um Stützmauern im Neubaugebiet

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:
9262497.jpg
Neubaugebiet Haaren im Bild: betroffene Anwohner, links hinten: unerlaubte Mauer (weil zu nah an der Straße), rechts: vorgesehene Lösung laut Bebauungsplan

Haaren. Im Haarener Baugebiet Am Gutshof – da wo bis vor einigen Jahren der Sportplatz zwischen Kreuzstraße und Lindenweg lag – schwelt seit zwei Jahren ein Streit: Können gebaute Stützmauern stehen bleiben oder müssen sie wieder abgerissen werden, weil der Bebauungsplan in diesen Bereichen bauliche Maßnahmen verbietet?

Am Mittwoch soll im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung der Bezirksvertretung Haaren darüber beraten werden. Elf Eigenheimbesitzer, für die erstens um einiges Geld und zweitens um die Größe ihrer Gärten geht, haben sich darauf verlassen, was ihnen ihre Bauunternehmen, Architekten oder Gartengestalter gesagt haben: Am Ende ihres Gartens könne der Höhenunterschied des Geländes von bis zu 1,50 Meter durch eine Stützmauer abgefangen werden. Der Bebauungsplan sieht aber einen Streifen von etwa einem Meter vor, in dem „keine baulichen Maßnahmen“ erlaubt sind, vielmehr eine Hecke gepflanzt werden müsse.

„Dass damit auch nicht genehmigungspflichtige Stützmauern, die hier im Viertel am Hang Gang und Gäbe sind, gemeint seien, haben uns auch Fachleute nicht gesagt“, erklärt Jochen Kosel. „Die Endabnahme durch die Bauaufsicht erfolgte ja auch mit den Mauern.“ Hier stellt Martin Fauck, Leiter der Bauaufsicht der Stadt Aachen, aber klar: „Was nicht beantragt wird, können wir nicht prüfen. Ohnehin sind Abnahmen bei Baumaßnahmen wie Am Gutshof nur stichprobenartig vorgesehen und betreffen in der Regel das Haus. Die Verantwortung liegt weiterhin beim Architekten oder Bauleiter.“

Tatsächlich habe die Beschwerde durch nur einen Nachbarn bei der Bauaufsicht den Stein ins Rollen gebracht. „Er störte sich eigentlich an den Mauern der Eckgrundstücke zu seinem Haus hin. Die Betroffenen stellten dann zurecht die Frage, warum nur sie abreißen sollten und alle anderen Nachbarn ihre unrechtmäßigen L-Steine stehen lassen können“, berichtet Frank Heeren aus dem dem langen Verlauf des Verfahrens.

Die elf Grundstücksbesitzer haben nun einen Antrag auf vereinfachte Änderung des Bebauungsplans gestellt, so dass in den vorgesehenen Bereichen eben doch Stützmauern stehen könnten. „Der aktuelle Bebauungsplan sieht eine Abböschung vor, die uns bis zu 4,50 Meter vom ohnehin kleinen Garten stehlen würde. Auch eine Sicherung des Grundstückes ist so nicht möglich“, erklärt Kosel seinen Unmut. „Oder es entstehen leicht zurückversetzt viel höhere Mauern wie im oberen Teil des Baugebiets geschehen, die dem Ziel des Bebauungsplans eines ‚durchgrünten Baugebiets‘ auch nicht zuträglich sind.“ Und Ralf Dirrichs ergänzt: „Die geforderte Hecke kann in diesem Lehmboden gar nicht wachsen. Da ist es doch besser, die L-Steine von oben herab zu begrünen.“

„Wir wissen, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, aber wem nützt die Durchsetzung des bestehenden Bebauungsplans tatsächlich?“, fragt er weiter. Dass, wie die Straßeneinmessung ergeben habe, auch die Stadt den Randstein der Straßen und zugehörige Rückenstützen in eben jenen nicht zu bebauenden Bereich gesetzt habe, sei dann ja auch nicht zulässig.

Hier korrigiert Fauck allerdings: „Die Stadt war beim Anlegen der Straßen weder Bauherr, noch hat sie im Vorfeld vermessen. Das liegt in der Verantwortung des Vorhaben-Trägers, sprich der Sparkasse. Wir recherchieren das gerade umfänglich nach.“ Bezirksamtsleiter Frank Prömpeler und Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten wollten sich vor der Sitzung nicht zu dem Thema äußern.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert