Wirbel um Montessori-Grundschule: „Nicht gegen Willen der Schule“

Von: Stephan Mohne
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Im Blickpunkt: Die Idee, die Montessori-Schule Eilendorf nach Rothe Erde zu verlagern, sorgt für reichlich Wirbel. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Montessori-Grundschule an der Eilendorfer Kaiserstraße ist beliebt. Die Anmeldezahlen sind gut. Die Grundschule Barbarastraße ist der Gegenentwurf dazu. Fürs kommende Schuljahr gibt es gerade einmal eine Handvoll Anmeldungen. Dem Schulstandort droht das Aus.

Die Politik will das verhindern. Die Stadt hat aktuell einen Antrag bei der Bezirksregierung gestellt, die Schule per Sondererlaubnis trotz zu geringer Schülerzahl noch ein Jahr weiterzuführen. Das soll Zeit bringen, damit neue Konzepte greifen können. Immerhin gibt es in Rothe Erde rund 70 Kinder, für die eine Einschulung an der Barbarastraße infrage kommt. Eine Antwort der Bezirksregierung steht aus. Für den Fall eines „Neins“ werden andere Varianten geprüft. Eine Idee ist dabei jetzt auf den Tisch gekommen, die für Aufregung in Eilendorf und Entsetzen bei Eltern sorgt.

Diese Idee lautet, besagte Montessori-Schule von Eilendorf nach Rothe Erde zu verpflanzen, um den Standort dauerhaft zu erhalten. Das hat die Bezirksvertretung Eilendorf am Mittwoch fraktionsübergreifend empört abgelehnt. Auf der Tagesordnung gelandet war das per Eilantrag. Denn Schuldezernentin Susanne Schwier hatte Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler über diese Idee informiert, die am Montag Thema in der Lenkungsgruppe zur Zukunft der Schullandschaft war. Diese Gruppe ist auf Wunsch der Politik ins Leben gerufen worden, die schulpolitischen Sprecher aller Fraktionen sitzen dort mit am Tisch. Anders als in Eilendorf wurde die Idee nicht gleich von demselben gewischt.

Susanne Schwier sagte am Freitag auf AZ-Anfrage, bei der Weiterentwicklung der Schullandschaft sei es „wichtig und richtig, in alle Richtungen zu denken“. In Eilendorf gebe es drei Grundschulen, und im Gebäude an der Kaiserstraße hohen Sanierungsbedarf. Zudem platze die Schule aus allen Nähten. Insofern spielten auch „wirtschaftliche Aspekte“ eine Rolle. Wenngleich Schwier einräumt, dass auch an der Barbarastraße angebaut werden müsste. Die Dezernentin betont jedoch, dass die Überlegung nur eine von mehreren sei, die man im Juni vorstellen wolle. Der Gedanke hinter dieser Variante: „ob es Sinn machen könnte, die Montessori-Schule, die ein stabiles System darstellt, in das kinderreichste Viertel Rothe Erde zu verlegen, um den wichtigen Schulstandort dort zu erhalten“. Keinesfalls aber wolle man das in Konfrontation mit dem Bezirk tun, unterstreicht sie.

Politiker aus der Lenkungsgruppe sind indes wenig begeistert, dass das Thema jetzt derart Fahrt aufgenommen hat: „Unser vordringliches Ziel ist es, die Barbarastraße als Teilstandort der Grundschule Brühlstraße zu erhalten. Dafür benötigen wir die Sondererlaubnis“, sagt Holger Brantin, schulpolitischer Sprecher der CDU. Brantin betont: „Es gibt keinerlei Vorfestlegung oder gar einen Beschluss, eine andere Schule nach Rothe Erde zu verlagern.“ Ohnehin sei so etwas nicht gegen den Willen einer Schule möglich. Im Falle der Montessori-Schule kämen schließlich über 70 Prozent der Kinder aus Eilendorf.

Ulla Griepentrog (Grüne) weiß um die Emotionalität bei Schulfragen, will das Thema aber „ganz nüchtern“ betrachten. Klar sei, dass es auch ohne die Verlagerung in den kommenden Jahren „Veränderungen in der Eilendorfer Schullandschaft geben wird“. Mit Blick auf die Bezirksvertretung sagt sie: Man muss die Gesamtsituation unaufgeregt und unter Einbeziehung der Schule analysieren. Schnellschüsse sind hier unangebracht“. Apropos Zeitfaktor: Entscheidungen werden wohl dennoch in nicht ferner Zukunft getroffen werden müssen. Dezernentin Schwier: „Egal, wie die Antwort der Bezirksregierung ausfällt, können wir das Thema nicht auf die lange Bank schieben.“

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