Wirbel um die „falschen Bürgermeister” bei Jubiläen

Von: Stephan Mohne
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Aachen. „Dann brauchen wir ja keine drei Bürgermeister”, ärgert sich Angelika Weinkauf. Die SPD-Ratsfrau und -Fraktionsgeschäftsführerin mochte es denn auch kaum glauben, als sie von der neuen Regelung bei Alters- und Ehejubiläen hörte.

Am vergangenen Samstag hatte die AZ („Mullefluppet”) berichtet, dass zu solchen Anlässen nun kein städtischer Bürgermeister und/oder Bezirksvorsteher mehr kommt. Vielmehr machen nun Vertreter der Städteregion ihre Aufwartung. Konkreter Anlass für die Meldung war das höchst seltene Fest der Gnadenhochzeit, das Ende vergangener Woche Margarethe und Wilhelm Gerick nach 70 Ehejahren feierten. Als offizielle Gratulantin kam Christiane Karl, stellvertretende Städteregionsrätin aus Eschweiler.

Diese neue Regelung sorgt nun jedoch hinter den Kulissen für Wirbel. Frage: Wer hat sich so etwas einfallen lassen? Nach der Antwort sucht heute auch der Verwaltungsvorstand, der sich mit dem Thema befassen wird. Auch Stadtpressesprecher Hans Poth hat am Montag auf AZ-Anfrage nochmals recherchiert. Ergebnis: Das Ganze geht zurück auf einen Beschluss, der schon vor fast vier Jahren in der Versammlung des damaligen „Zweckverbandes Städteregion” gefasst wurde. Demnach sollten die Jubiläen nach Gründung der Städteregion zentral von dieser organisiert werden.

„Beschickt” würden die Veranstaltungen dann gemeinsam oder alleine von Stadt und Städteregion. Für Angelika Weinkauf steht fest: „Wenn jemand - wie in diesem Fall - alteingesessener Aachener ist, dann sollte auch ein Aachener Bürgermeister gratulieren.” CDU-Ratsfraktionschef Harald Baal denkt da eher städteregional: „Die Städteregion ist nun mal jetzt für alle da.” Außerdem hindere es das ja niemanden, trotzdem zu gratulieren: „Auch bisher waren ja manchmal mehrere Repräsentanten da.” An Arbeit werde es den Aachener Bürgermeistern nicht mangeln. Baal: „Sie haben ja auch noch andere Aufgaben als 100. Geburtstage.”

In den neun bisherigen Kreiskommunen läuft es indes wohl weiter wie bisher: Bis zu einem bestimmten „Jubiläumsgrad” kommt ein Gratulant der Stadt, jenseits dieser Grenze auch noch ein Kreis- beziehungsweise nun Städteregionsvertreter.

Auf die Stadt übertragen hält Hans Poth diese Regelung aber „im Sinne von gewünschten Synergien und Kostenersparnis für wenig sinnvoll”. In der Stadt sollten auch die städtischen Bürgermeister gratulieren. Zu erwarten sei, dass der Verwaltungsvorstand dahingehend heute „nachjustieren” werde.
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