Wirbel um Asbest: Abriss-Baustelle zweimal stillgelegt

Von: Stephan Mohne
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Tennishallen-Abriss in Etappen: Arbeitsschützer legten die Baustelle an der Krefelder Straße zweimal still. An der Halle wurden enorme Asbestmengen verbaut, die Regeln im Umgang mit dem gefährlichen Stoff seien beim Abriss nicht beachtet worden, so die Bezirksregierung. Unter Auflagen durfte dann weitergebaut werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Unvergänglich“ ist die Übersetzung des aus dem Altgriechischen hergeleiteten Wortes Asbest. Unvergänglich ist allerdings nicht die Gesundheit von Menschen, die die Fasern des früher weit verbreiteten Baustoffs einatmen. Schließlich ist Asbest krebserzeugend und kann auch andere schwere Lungenkrankheiten hervorrufen.

Weswegen zum Beispiel beim Abbruch von Gebäuden, in denen Asbest verbaut wurde, hohe Sicherheitsanforderungen gelten. Ein solches Gebäude ist die alte Tennishalle zwischen Krefelder Straße und Gut-Dämme-Straße. Enorme Mengen Asbestplatten sind dort einst verarbeitet worden, zum Beispiel bei der Dacheindeckung. Die Halle wird derzeit abgerissen. Doch um den Umgang mit dem Asbest hat es in den vergangenen Tagen einigen Wirbel gegeben. Zweimal hat die Bezirksregierung die Baustelle stillgelegt.

Alarm geschlagen hatten Anlieger der Baustelle. In der Nachbarschaft liegen Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants mit regem Publikumsverkehr sowie Parkplätzen – teils direkt neben der Baustelle. Gemeldet worden war, dass der Umgang mit dem gefährlichen Material unsachgemäß erscheine und es größere Staubentwicklung gebe, die zu den Nachbargebäuden ziehe.

Vergangenen Freitag rückten erstmals Mitarbeiter des Dezernats für betrieblichen Arbeitsschutz bei der Bezirksregierung zur Krefelder Straße aus. „Dort wurden Zustände auf der Baustelle vorgefunden, die nicht den rechtlichen Anforderungen entsprechen“, so Oliver Moritz, Pressesprecher der Bezirksregierung, auf Anfrage. Die Baustelle sei dann bis Montag vorerst stillgelegt worden. Bis dahin sollten Asbestabfälle und sonstiger Müll entfernt werden. Bei einer Abnahme am Montagmorgen sei festgestellt worden, dass den Auflagen nachgekommen worden war. Es durfte weitergearbeitet werden.

Doch bereits am Mittwoch ging es wieder mit den Beschwerden los. Erneut war von Staubwolken, reihenweise gebrochenen Asbestplatten und Arbeitern die Rede, die zeitweise nur teils oder auch gar nicht mit der vorgeschriebenen Schutzkleidung zugange seien.

Erneut rückten die Arbeitsschützer an und sahen die beklagten Zustände auf der Baustelle abermals bestätigt. Also wurden weitere Arbeiten untersagt. Am Morgen gab es einen erneuten Ortstermin. Die von der Bezirksregierung geforderten Maßnahmen seien ordnungsgemäß umgesetzt worden, so Moritz. Also durfte einmal mehr weitergearbeitet werden. Welche Auflagen das waren, dürfe man aus Datenschutzgründen nicht sagen.

Beruhigend für die Nachbarn dürfte die Aussage sein, dass die Arbeiten mit den Asbestplatten bis Donnerstagabend beendet sein sollten. Nun soll der Rest der Halle dem Erdboden gleichgemacht werden.

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