Aachen - „Wir lieben und wissen nichts“: Job-Nomaden auf Sinnsuche

„Wir lieben und wissen nichts“: Job-Nomaden auf Sinnsuche

Von: Katrin Haas
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"Wir lieben und wissen nichts": In der Kammer des Theaters führt Robin Telfer Regie, Dramaturg ist Harald Wolff (rechts). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eigentlich wollen die beiden Paare nur kurz die Wohnungsschlüssel tauschen. Für ein paar Wochen ziehen Karrierefrau Hannah (Johanna Falckner) und der erfolglose Schriftsteller Sebastian (Tim Knapper) in die Wohnung von Wissenschaftler Roman (Karsten Meyer) und seiner zurückgezogenen Frau Magdalena (Julia Doege).

 Doch im neuen Stück „Wir lieben und wissen nichts“ von Moritz Rinke prallen die Weltbilder der Vier bei der Schlüsselübergabe aufeinander. „Es sind sehr moderne Problematiken, mit denen das Stück konfrontiert“, sagt Robin Telfer. Wenn ein Partner im Beruf erfolgsverwöhnt ist, der andere aber auf der Strecke bleibt.

Telfer ist in England geboren und inszeniert „Wir lieben und wissen nichts“ als Gast-Regisseur in Aachen. „Vier Leute mit unterschiedlichen Lebensentwürfen kreisen umeinander wie Satelliten.“ Im Theater Aachen findet die Premiere am Samstag, 13. Januar, in der Kammer statt. Ehrengast: Theaterautor Moritz Rinke persönlich. „Das ist das erste Mal, dass er das Stück in einer Vorstellung sieht“, erklärt Dramaturg Harald Wolff.

Der 45-jährige Moritz Rinke ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Theaterautoren und sein Stück „Republik Vineta“ wurde 2001 zum besten deutschsprachigen Bühnenstück gewählt. Rinke hat auch Artikel für die „Süddeutsche Zeitung“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ oder „Die Zeit“ geschrieben. Vor zwei Wochen erst wurde das tragisch-komische Stück „Wir lieben und wissen nichts“ in Frankfurt uraufgeführt. Für Regisseur Telfer war es ein bisschen wie „Forschungsarbeit“, denn der Text ist unverbraucht und bietet noch viel Interpretationsspielraum. Die Komödie zeigt traurige Menschen in komischen Situationen und erinnert an das verfilmte Theaterstück „Gott des Gemetzels“.

Auch die Aachener Zuschauer warten gespannt: Bei einer kurzen Kostprobe füllten rund 70 anstatt wie üblich 20 Menschen die Kammer. Und: Es gibt für die ersten sechs Vorstellungen jeweils nur noch wenige Karten.

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