Aachen - Winterlauf: Die heiße Phase hat längst begonnen

Winterlauf: Die heiße Phase hat längst begonnen

Von: Svenja Pesch
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Freut sich auf die „Familienfeier“ am Sonntag: ATG-Urgestein Hans Weyer mit Blick auf den Platz am Chorusberg, wo die 2500 Winterlauf-Starter ankommen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es gibt immer wieder Momente im Leben, die einfach berührend sind. Obwohl oder gerade weil sie vielleicht gar nicht so besonders sind. Für Hans Weyer hat es stets etwas Emotionales, wenn er von dem Dach des Clubhauses der ATG (Aachener Turngemeinde 1862 e.V.) auf die Laufbahn blickt. Jetzt im Herbst, wenn die Luft klar und kühl ist, dann wirkt der Platz erst recht idyllisch und ein wenig malerisch.

Nur am kommenden Sonntag, da wird die Idylle emsiger Betriebsamkeit weichen – wenn nämlich 2500 Frauen und Männer sowie Jugendliche verschiedenen Alters den Platz bevölkern. Wenn zahlreiche Angehörige ihren mehr oder weniger geschafften Freunden mit Anfeuerungen über die letzten Meter bis zum Ziel helfen.

Hans Weyer kennt diese Szenerie ganz genau, er ist ist seit 1948 Mitglied bei der ATG und erinnert sich noch gut an die ersten Jahre: „Ich bin damals zu Fuß oder mit der Straßenbahn vom Hasselholzer Weg zum Chorusberg gekommen und weiß noch genau, dass jeder vor, während oder nach dem Training für 30 Minuten den Rasen mähen musste. Auch die Sportbekleidung war streng vorgeschrieben. Eine rote Hose und ein weißes Hemd.“ Regeln und Tugenden, die den heute 79-Jährigen geprägt haben.

Hier erfuhr er, was es heißt zu siegen und zu verlieren. Auch tiefe Freundschaften knüpfte er hier. Und direkt bei seinem ersten Handball-Trainingstag landete Weyer im Tor – mit Erfolg, weshalb ihm der Posten als ewiger Torwart sicher war. Zeiten, an die er sich gerne erinnert. Auch die vielen Gründungen verschiedener Abteilungen, wie etwa der ersten Vereinsmannschaft im Basketball 1951 oder die Gründung der Volleyballabteilung 1975 sind Ereignisse, von denen er noch heute lächelnd erzählt.

Wobei das Schwelgen in vergangenen Tagen nicht heißt, dass Weyer sich heute nicht mehr am Vereinsleben beteiligt. Im Gegenteil: Als Sportstättenwart sind die Zeiten auf dem Handballfeld zwar vorbei, stattdessen kümmer er sich nun um allerhand Organisatorisches. Dazu gehört unter anderem auch der 51. ATG-Winterlauf. Das Highlight im Jahr, so Weyer: „Der Lauf ist wie eine Art Familienfeier. Man trifft viele vom Verein, Ehemalige, aktive Mitglieder und deren Familien. Die Atmosphäre ist einfach super – gerade weil die Veranstaltung keine todernste Sache ist, sondern vor allem viel Freude bringt.“

Längst hat für die Helfer die heiße Phase der Vorbereitung begonnen. Absperrungen werden aus dem Keller geholt, Hinweisschilder müssen angebracht werden und die Streckenposten müssen besetzt werden. Hans Weyer hat auf alle Vorgänge ein wachsames Auge. Fragt man ihn, ob sich der Lauf mit den Jahren verändert hat, so antwortet er wie aus der Pistole geschossen: „Nein, er war immer toll und wird es auch bleiben.“

Er selbst ist einmal, 1990, mitgelaufen. Aber das Laufen, das sei nicht so seins gewesen, ergänzt er mit einem fast schon errötetem Gesicht. Dabei muss der Mann, der zudem viel Jugendarbeit beim ATG geleistet hat, doch gar nicht alles können. „Es ist eben mein Verein“, sagt er und lässt den Blick über den Platz schweifen. „Da mischt man einfach gerne mit.“

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