Aachen - Winterläufer zeigen viel Herzblut

Winterläufer zeigen viel Herzblut

Letzte Aktualisierung:
8734510.jpg
Die Wette gilt: Pia Conrads (Werbung und Öffentlichkeitsarbeit Transfusionsmedizin), Dr. Klaus Strathmann (Oberarzt Transfusion) und Andreas Gerhards (Krankenpfleger) freuen sich, dass Zehnkämpfer Nico Beckers (liegend), sein Vater Det Beckers, Langstreckler Philipp Nawrocki und Kurzstrecklerin Johanna Bechthold von der ATG mit ihrer Blutspende vorangehen. Günter Drießen (hinten Mitte) wettet derweil mit AZ-Redakteur Hans-Peter Leisten, dass es gelingt 125 Winterläufer zum Spenden zu bewegen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Bei Markus Lanz heißt es noch „Top – die Wette gilt“ – aber der Unterhaltungssendung ist mit ziemlicher Sicherheit eine kürzere Lebenszeit beschieden als dem ATG-Winterlauf. Was die beiden Sachen miteinander zu tun haben?

Es geht jeweils um Wetten, nur hat die der Aachener Turn-Gemeinde ausschließlich einen guten Zweck als Zielrichtung. Es geht um Blutspenden, um möglichst viele Blutspender für die Transfusionsmedizin der Uniklink RWTH Aachen. Günter Drießen hat sich als Leiter der ATG-Leichtathletikabteilung und Organisator des ATG-Winterlaufs von der Aschenbahn ein wenig aufs glatte Parkett gewagt und gesagt: „Ich wette, dass sich mindestens fünf Prozent der Winterlauf-Teilnehmer zur Blutspende im Klinikum anmelden werden.“ Das wären also exakt 125 Spender.

Was für die Transfusionsmedizin des Klinikums schon ein Segen wäre, denn dort gilt die Daueraussage: „Wir brauchen immer Spenden!“ Die Verantwortlichen der Transfusionsmedizin hoffen deshalb auf einen kleinen Ansturm bis zum 31. Dezember – solange läuft die Frist, auch wenn der Lauf selbst bereits am Sonntag, 14. Dezember, stattfindet. Der Wetteinsatz selbst ist symbolischer Natur: Sollte die Zahl erreicht werden, muss Drießens Wettpartner, unser Redakteur Hans-Peter Leisten, selbst Blut spenden. Im umgekehrten Fall kommt dieser Weg auf den Winterlauf-Chef selbst zu, aber für ihn gilt: extreme Angst vor der Nadel.

Im Grunde hoffen aber alle Beteiligten auf eine rege Teilnahme im Sinne der Transfusionsmedizin und der Menschen, die eine Blutspende benötigen. Klinikum und ATG haben sich etwas einfallen lassen, um den Anreiz zum Spenden zu steigern. Den ersten 20 Spendern kommt ein kleines Geschenkpaket zu. Für die Läufer dürfte aber ein anderer Aspekt noch interessanter sein: „Jeder, der sich anmeldet, bekommt von uns eine Startplatzgarantie für 2015“, verspricht Drießen. Was angesichts der Tatsache, dass der Lauf meistens innerhalb von 24 Stunden ausgebucht ist, ein echter Anreiz ist. Blutspende gleich Startplatz lautet die einfache Gleichung, die allerdings nicht vom Startgeld, mit dem stets auch eine Spende für die Lebenshilfe verbunden ist, befreit.

Um die Formalitäten und den sicheren Austausch der Daten kümmern sich Klinikum und ATG. Man braucht nur das Stichwort ATG-Winterlauf anzugeben. Spenden kann jeder zwischen 18 und 68 Jahren, Erstspender sollten nicht älter als 60 Jahre alt sein. Zudem sollte man sich gesund fühlen und mindestens 50 kg wiegen. Die Teilnahme hat neben den genannten Anreizen noch einen gesundheitlichen Effekt: „Man sollte 24 Stunden vor der Spende keinen intensiven Sport mehr treiben, noch mehr trinken als sonst und vor allem gesund sein“, lauten die Randbedingungen für Spender. Auf der anderen Seite erhält man angesichts der notwendigen Untersuchungen auch einen kostenlosen Gesundheitscheck.

Klarer Fall: Ganz unabhängig vom Wettausgang hoffen alle Beteiligten auf eine bleibende Wirkung: „Einmal ist keinmal. Wer von der diesjährigen Aktion profitiert, der sollte als Spender aus moralischen Gründen bei der Stange bleiben. Das hat auch etwas mit Fairness zu tun“, sagt Günter Drießen. Was er auch auf sich selbst als potenziellen Erstspender bezieht – und seine enorme Angst vor der Nadel schon vergessen zu haben scheint.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert