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Windräder sorgen weiterhin für Wirbel

Von: red
Letzte Aktualisierung:
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Noch laufen sie nicht rund: Anwohner in Richterich und Laurensberg haben viele Vorbehalten gegen die geplanten Windräder wie hier auf unserem Foto im Windpark Vetschau. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wirklich überrascht konnte niemand sein, dass intensiv diskutiert wurde, teilweise auch überaus emotional. Vom Morgen bis in den späten Nachmittag ging es am Mittwoch im Inda-Gymnasium um die Einwendungen gegen die neuen Windanlagen in Laurensberg und Richterich. Ein abschließendes Ergebnis gab es derweil in der Schulaula nicht.

Immer wieder musste sich Dr. Ines Bollwerk als Verhandlungsleiterin bemühen, die Diskussion in geregelte Bahnen zu lenken. Beim Erörterungstermin gehe es um ein förmliches Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz, hatte die stellvertretende Leiterin des städtischen Fachbereichs Recht zuvor erklärt. Ihr Verwaltungskollege Elmar Wiezorek drückte das weniger juristisch aus. „Dass Windräder dort errichtet werden können, ist entschieden“, erklärte der Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, „es geht jetzt darum, ob die beantragten Anlagen dort errichtet werden können.“

Vier Windräder will die Firma Juwi im „Windpark Aachen Nord“ errichten. Zwei Anlagen vom Typ Vestas V 112 sollen im Stadtbezirk Richterich nordwestlich von Horbach gebaut werden, zwei weitere vom Typ General Electric am Vetschauer Weg in Laurensberg östlich der Autobahn. Die Vestas-Rotoren bringen es auf eine Nennleistung von 3330 Kilowatt und eine Gesamthöhe von 196 Metern, die General-Electric-Modelle wachsen für 2500 Kilowatt Leistung sogar noch höher hinaus: 199 Meter beträgt ihre Gesamthöhe.

In der Nachbarschaft ruft das erwartungsgemäß wenig Begeisterung hervor. 134 Einzeleinwendungen und 334 Sammeleinwendungen in Form von Unterschriftenlisten gegen das Vorhaben gingen bei der Stadt ein. Etwa 90 Prozent der Einwendungen kamen aus dem direkten Umfeld der geplanten Rotoren, aber auch bei den niederländischen Nachbarn in Simpelveld und Bochholtz regt sich Widerstand.

Die Einwender befürchten vor allem Lärm, Infraschall oder den Schattenwurf der Windräder. Beklagt wird aber auch die Störung des Landschaftsbildes oder ein möglicher Wertverlust der eigenen Immobilien. Bevor all das beim Erörterungstermin zur Sprache kam, gab es schon längere Scharmützel über Verfahrensfragen.

Zwar hatte Wiezorek zu Beginn der Erörterungen betont, dass die Grundsatzfrage entschieden sei, doch die etwa 30 Bürger hatten durchaus noch Gesprächsbedarf. So halten Kritiker es für etwas anrüchig, dass die Stadt über die Genehmigung eines Projekts entscheide, an dem sie um sieben Ecken über die städtische Tochter Stawag selbst beteiligt sei. „Gesellschaftsrechtliche Verflechtungen“ seien jedoch „an dieser Stelle nicht relevant“, betonte Ines Bollwerk, zudem könne „eine Behörde als solche nicht befangen sein“, allenfalls einzelne Personen. „Wir entscheiden das nach rechtlichen Rahmenbedingungen“, betonte Wiezorek, „in diesem Verfahren gibt es keine Ermessensspielräume“.

Er verwies überdies auf die Klagemöglichkeiten beider Seiten. Antragsteller oder Kritiker des Windparks würden die Entscheidung wohl juristisch anfechten, wenn sie irgendwelche Anzeichen von Unkorrektheiten sähen.

Juristischen Ärger hat die Stadt ohnehin schon. Bollwerk bestätigte, dass eine Normenkontrollklage gegen den geänderten Flächennutzungsplan (FNP) vorliege. Würde der stattgegeben, meinte ein Gegner der Rotoren, hätten sich die weiteren Überlegungen in Sachen Windpark womöglich schnell erledigt. Nach Informationen der Stadt richte sich die Klage jedoch nicht gegen die Windkraftanlagen, sondern gegen den FNP.

So geht die Diskussion wohl weiter. Immerhin ist so viel zu bereden, dass beim Erörterungstermin Einwender, Antragsteller und Behördenvertreter nur etwa ein Drittel der Tagesordnung schafften. Von 10 Uhr morgens bis zum späten Nachmittag wurde etwa über die Standortauswahl, den Abstand zur Wohnbebauung oder die Lärmbelästigung debattiert. Breiten Raum nahm das Thema Infraschall ein, alleine dazu hatte es 77 Einwendungen gegeben.

Am Donnerstag geht es wiederum ab 10 Uhr weiter in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums am Hander Weg in Laurensberg. Die Veranstaltung ist öffentlich.

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