Windrad-Pläne: Auch die Walheimer CDU rotiert

Von: Matthias Hinrichs
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Erfreuliche Aussicht in Sachen alternative Energie oder ökologisch zweifelhafte Kulisse? Die Pläne zur Errichtung eines Windparks an der Himmelsleiter hat jetzt auch die CDU Walheim auf den Plan gerufen. Anders als die Ratsfraktion äußern die Politiker im Aachener Süden massive Bedenken. Montage: Horst Thomas

Aachen. Sozusagen im Windschatten der Parteikollegen aus Roetgen wagt sich in Sachen alternativer Energiepark Münsterwald jetzt auch die CDU Walheim aus der Deckung. „Die große Mehrheit unseres Parteivorstands hat mit den Plänen zur Errichtung von riesigen Windrädern an der Himmelsleiter erhebliche Bauchschmerzen”, erklärte dessen Vertreter Hans Müller am Dienstag.

Die Argumentation der Christdemokraten aus der Nachbargemeinde (wir berichteten) sei mehr als nachvollziehbar: „Es geht hier schließlich um eine sehr große Fläche, die teils unter Naturschutz steht. Man kann sich vorstellen, welche negativen Auswirkungen die Errichtung von bis zu zehn Anlagen mit einer Höhe von bis zu 160 Metern auf den Naherholungswert des Areals haben.”

70 Prozent des Waldes betroffen

Dies zumal, da auf dem Gelände an der Himmelsleiter Zufahrtswege erschlossen werden müssten. Zwar liege das vom Liegenschaftsausschuss des Rates in Auftrag gegebene Gutachten über die Auswirkungen auf die Tierwelt noch nicht vor. „Aber man muss davon ausgehen, dass 70 Prozent des Münsterwaldes betroffen wären.” Und da sehe er noch allerhand Diskussionsbedarf, bevor womöglich Fakten geschaffen würden. Immerhin seien auch die Pläne zur Schaffung eines Radweges durch das Nadelwald-Idyll weit gediehen - frage sich nur, ob die sogenannte Ravel-Route im Fall einer Realisierung des Windparks nicht schlicht links liegen gelassen werde. Mit einigem Unbehagen habe die CDU in Walheim daher zur Kenntnis genommen, dass der Rat das städtische Areal der Stawag per „Gestattungsvertrag” an die Hand geben wolle. Kurzum: „Ich denke, wir sollten zumindest in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.”

Was die politische Marschroute betreffe, habe die schwarz-grüne Mehrheit im Rat „ohnehin den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht”, moniert FDP-Ratsherr und Umweltexperte Peter Blum auf Anfrage der AZ. „Man sollte doch zunächst eine Genehmigung des Landes auf dem Tisch haben, bevor man kostspielige Umweltstudien in Auftrag gibt.”

CDU-Fraktionschef Harald Baal weist das ebenso zurück wie den Zwischenruf seiner Parteifreunde aus dem Süden - zumal die Entscheidung in Sachen „Gestattungsvertrag” im Ausschuss einstimmig gefasst worden sei. Und: „Die Studie ist Voraussetzung, um einen entsprechenden Antrag stellen zu können - nicht etwa umgekehrt.” Baal: „Der Beschluss der schwarz-grünen Ratsmehrheit ist eindeutig. Wir wollen einen neuen Windpark in Aachen. Zurzeit wird geprüft, ob das Projekt im Aachener Norden umsetzbar ist. Ebenso werden wir es im Hinblick auf die Option Münsterwald halten. Sollte sich zeigen, dass das Gelände geeignet ist, werden wir den Park dort auch realisieren.”
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