Windpark Münsterwald: Wohl kein Baubeginn vor 2015

Von: Stefan Herrmann
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Ein Thema mit Zündstoff: der Bau von Windparks. Nun möchte die Stawag mit einem neuen Verfahren bei noch in der Planung befindlichen Projekten die Bürgerbeteiligung stärken. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Immer wieder ein Grund für Diskussionen und Proteste: der Bau von Windparks. Zuletzt gab es in Aachen heftigen Widerstand gegen kurzfristig von der Stadt angesetzte Rodungen im Münsterwald, um dort die Installation der umstrittenen 200 Meter hohen Windtürme vorzubereiten.

Letztlich ruderte die Stadt nach Klageandrohung des Naturschutzbundes (Nabu) zurück. Nun nimmt die Stawag für all ihre in der Planung befindlichen Projekte in Deutschland den Wind etwas aus den Segeln. Das bedeutet konkret: Ein neues, sogenanntes öffentliches Verfahren soll mehr Bürgerbeteiligung garantieren.

Über die konkrete Umsetzung führen Stawag und Stadt derzeit Gespräche. Klar ist allerdings schon jetzt, dass sich dadurch das Genehmigungsverfahren weiter verzögern wird und der Bau Aachener Windkraftanlagen im Münsterwald nahe der Gemeindegrenze zu Roetgen oder in Vetschau nahe der niederländischen Grenze nicht vor 2015 beginnen können. Eigentlich wurde anvisiert, dass die sieben Türme im Münsterwald Ende 2014 stehen.

Grund für den Strategiewechsel des Energieversorgers sind gleich mehrere Urteile unterschiedlicher Verwaltungsgerichte in Deutschland, wie Stawag-Sprecherin Eva Wußing bestätigte. „Es hat nichts direkt mit der Diskussion um den Windpark Münsterwald zu tun“, betont sie. Die neuen Rechtssprechungen besagen, dass förmliche öffentliche Verfahren mit Bürgerbeteiligung „einerseits für alle Beteiligten mehr Transparenz schaffen, andererseits für Investoren eine höhere Rechtssicherheit bedeuten“, teilte die Stawag am Dienstag mit.

Auch beim bisherigen, sogenannten vereinfachten Verfahren fand im Rahmen der Planung von Windparks Bürgerbeteiligung statt, wie Wußing erläutert. Auch mehrere Info-Veranstaltungen habe man in Folge dessen angeboten. Mit dem nun angestrebten „öffentlichen Verfahren nach Bundesimmissionsgesetz“, wie es formal heißt, soll diese aber noch erweitert werden. So sollen die Unterlagen über einen Zeitraum von einem Monat ausgelegt werden und es besteht die Möglichkeit, Einwendungen einzureichen. Wann und wo dies geschieht, dazu konnte die Stawag am Dienstag noch keine Auskunft geben.

„Weiterhin wirtschaftlich“

Dass sich der Bau der Anlagen durch das neue Verfahren, die damit verbundene Verzögerung oder energiepolitische Beschlüsse nicht mehr rentiert, glaubt Frank Brösse unterdessen nicht. Der Geschäftsführer der Stawag Solar GmbH, die die Windparks realisieren und betreiben wird, sagt: „Auch nach den geplanten Reformvorschlägen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes wird die Wind zumindest bei den von uns anvisierten Standorten weiterhin wirtschaftlich sein.“

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