Windpark: Auch im Norden geht‘s jetzt los

Von: Stephan Mohne
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Da geht‘s lang: Auch im Aachener Norden bei Horbach beginnen die Arbeiten zum Bau von drei je 200 Meter hohen Windkraftanlagen. Im Herbst sollen sie ans Netz gehen. Im Hintergrund ist Aachens bisher einziger Windpark in Vetschau zu sehen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Während es rund um den Münsterwald im Aachener Süden einmal mehr Proteststürme gegen den beginnenden Bau des dortigen neuen Windparks gibt, ist es auf der anderen Seite der Stadt eher ruhig. Zumindest in Bezug auf den Protest. Aber auch da legen die Bautrupps jetzt munter los.

Passend zum Frühlingsbeginn wird auch dort „gepflanzt“: Drei rund 200 Meter hohe Windkraftanlagen werden in der Nähe von Horbach aus der Erde wachsen. „Ernten“ wollen Stawag und Partner damit letztlich etwa 22,5 Millionen Kilowattstunden „grünen Strom“, wie es Unternehmenssprecherin Eva Wußing sagt.

Die Baustraße für die Errichtung der 3,3-Megawatt-Anlagen ist von der Laurensberger Straße in Vetschau aus schon angelegt. Von dort aus hat man auch einen Blick auf Aachens ersten Windpark. Die neun Anlagen dort werden einem politischen Beschluss zufolge allerdings nicht erneuert. Ein sogenanntes „Repowering“ mit höheren und leistungsstärkeren Anlagen war seinerzeit – auch nach Anwohnerprotesten – abgelehnt worden.

600 Millionen Kilowattstunden

Eva Wußing betont: „Wir haben uns das Ziel gesetzt, bis 2020 rund 600 Millionen Kilowattstunden grünen Strom jährlich zu erzeugen.“ Das entspreche dem Verbrauch beispielsweise aller Aachener Haushalts- und Gewerbekunden zusammen. Wußing: „Wir sind davon überzeugt, dass die Zukunft erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und intelligenten Technologien gehört. Auch wirtschaftlich ist das für uns sehr bedeutsam, weil wir mit erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag zum Unternehmensergebnis leisten.“

Dass das mancher bezweifelt, ist auch kein Geheimnis. Die Gegner des Windparks im Münsterwald, wo sieben derartige Anlagen gebaut werden sollen, führen nicht nur Naturschutzbelange ins Feld. Seit langem argumentieren sie auch, dass sich die Investitionen für die Stawag nicht rechnen würden. Wobei die Stawag nicht der alleinige Bauherr ist. Für die Anlagen im Münsterwald wie auch für zwei in Horbach ist die „Stawag Solar“ zuständig. Mehrheitsgesellschafter ist hier der rheinland-pfälzische Anlagenbauer „juwi“. Eine Anlage bei Horbach wird von der Stawag-Tochter „Stawag Energie“ gebaut. Künftig, so hatte es der Vorstand schon vor einiger Zeit unserer Zeitung gegenüber betont, wolle man solche Projekte ohnehin nur noch alleine auf die Beine stellen.

Während die Anlagen in Horbach im Herbst ans Netz gehen sollen, gibt es jedoch noch Stolpersteine. Für den Münsterwald ist dies das anhängige Verfahren beim Oberverwaltungsgericht Münster. In erster Instanz vor dem Verwaltungsgericht Aachen war die Landesgemeinschaft der Naturschutzverbände mit ihrer Klage gegen den Windpark gescheitert. Doch ob das Bestand hat, müssen die Richter in Münster entscheiden.

Die Gegner hatten sich dementsprechend darüber empört, dass im Münsterwald in den vergangenen Tagen bereits rund 10.000 Bäume für den Bau der sieben Windräder gefällt worden sind. Doch es ist in Münster auch noch eine Klage der ganz anderen Art anhängig. Und zwar eine sogenannte „Normenkontrollklage“. Solche richten sich gegen mutmaßliche Fehler in Verwaltungsverfahren.

Einen solchen hatte der Kläger aus Horbach ausgemacht. Er wollte einst selber auf einem seiner Grundstücke eine Windkraftanlage errichten lassen. Doch diese Fläche fiel bei der Festlegung der „Vorrangflächen“ für Windkraft in Aachen im politischen Entscheidungsprozess durchs Raster. Das will der Horbacher nicht akzeptieren. Nach AZ-Informationen findet die Verhandlung in Münster dazu im Juni statt. Je nach Ausgang könnte auch das gravierende Folgen für die laufenden Windparkprojekte in Aachen haben – oder eben auch nicht.

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