Windkraft: Ortsbegehung im Münsterwald wirft noch viele Fragen auf

Von: Günther Sander
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Termin vor Ort: Die Begehung im Münsterwald diente dem Austausch, nicht aber der Verständigung. Foto: Günther Sander

Aachen/Roetgen. Warum eigentlich noch in den Münsterwald, wo doch der Rat der Stadt Aachen vor einer Woche erst mehrheitlich die Weichen zur Errichtung eines Windparks auf Grün gestellt hat? Die Bürgerinitiative will sich nicht kampflos ergeben, sie hatte um diesen Ortstermin gebeten, die Staatskanzlei NRW kam der Bitte nach.

Vertreter der Staatskanzlei NRW, des NRW-Umweltministeriums, der Energieagentur, der Bezirksregierung Köln, der Stadt Aachen sowie die beiden Petenten Herbert Klinkenberg und Rainer Ständer (Bürgerinitiative) machten sich auf den Weg in den Wald. Der, sollten die Windräder dort errichtet werden, so „nicht mehr aussehen wird“, ist die Bürgerinitiative überzeugt.

„Wir hören uns heute alles an, informieren uns und möchten lernen, was hier passieren soll“, so Dr. Christoph Epping von der Staatskanzlei (Landesplanung). Klinkenberg und Ständer hatten viel zu berichten und gegen die Planungen einzuwenden – von der Gefährdung von Schwarzstorch über Rotmilan bis hin zur Frage nach Abständen und Ausgleichsflächen, die Palette war recht vielseitig, die Einwände wurden nochmals erneuert.

Ausgleich werde geleistet, aber der Leitfaden mache da keine Vorschriften, gab Elmar Wiezorek vom Umweltamt zu verstehen. Über Quadratmeter wolle man nicht diskutieren, da sollte man eher vorsichtig mit sein. Alles werde durch das Genehmigungsverfahren geregelt. Auch in Sachen Rotmilan sieht Wiezorek das Projekt als „nicht kritisch“ an. Man werde aber weitere Untersuchungen anstreben. „Egal, ob die Windräder in Feld oder Wald errichtet werden, Eingriffe wird es immer geben“, sagt er.

Dr. Epping sprach von einem „Einzelfall“, die Stadt Aachen habe diesen Ortstermin beantragt, um der Bürgerinitiative die Möglichkeit einzuräumen, ihre Bedenken und Argumente vorzubringen. Man mache aus Betroffenen Beteiligte, meinte er. Windräder in Wäldern seien für NRW neu. Wichtig sei die Frage, wo die Räder hinkommen werden. „Das ist für jeden Investor ein Hürdenlauf, an welchem Standort gebaut werden soll.“ Erst einmal werde nun eine erste Hürde genommen, dann beginne die Feinarbeit, so Dr. Epping.

Verlagerungen der vorgesehenen Standorte im Münsterwald seien durchaus möglich, fügte Dezernentin Gisela Nacken an. Von den 900 Hektar Wald gehörten 800 der Stadt Aachen, 100 befinden sich in Privatbesitz.

Die Gemeinde Roetgen, die eine gerichtliche Klage anstrebt, hofft natürlich auf Erfolg, sagte Annika Thelen vom Bauamt. Natürlich seien die Chancen nicht sonderlich groß. Hier müsse auch der Gemeinderat noch zustimmen.

Gisela Nacken versprach, dass man den von Klinkenberg beobachteten Horst des Schwarzstorches suchen und berücksichtigen wolle. „Wenn alle Hürden genommen werden können, wollen wir 2014 mit den Bauarbeiten beginnen“, ist sie zuversichtlich.

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