Aachen - „Windkraft ist kleineres Übel”

„Windkraft ist kleineres Übel”

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Aachen. Trotz der eindeutigen Beschlüsse der Ausschüsse des Rates verfolgt der Nabu Aachen mit großer Sorge die jetzt in den Stadtbezirken aufgebrochene Diskussion.

Der Nabu kritisiert dabei vor allem das Abstimmungsverhalten von SPD und FDP. „Natürlich sind auch Windenergieanlagen, wie Straßen, Radwege und Häuser, ein Eingriff in das Landschaftsbild und den Naturhaushalt, im Vergleich zu den riesigen Braunkohletagebauen mit all ihren Folgen für Mensch und Natur aber das entschieden kleinere Übel”, erklärt Vorsitzender Claus Mayr. Da die Bevölkerung und die Politik über alle Parteigrenzen hinweg die Energiewende wolle, sei in jedem Einzelfall aufgrund der Fakten abzuwägen und zu entscheiden.

Daher müsse sich vor allem die SPD von Versprechen vor der Kommunalwahl 2009 lösen und die neue Sachlage nach Fukushima anerkennen. Mayr erinnerte in diesem Zusammenhang an den Beschluss der SPD auf Bundesebene von Mitte Februar: „Die Energiewende ist seit der Wiedervereinigung das größte und anspruchsvollste Projekt in Deutschland”.

Der Nabu kritisiert auch, dass sich manche Parteienvertreter zwar gegen den einen oder anderen Standort ausgesprochen, aber keine Alternativen für die dringend benötigten Windkraftflächen aufgezeigt hätten. „Nabu, Bund und Landschaftsbeirat haben in ihren Beschlüssen der letzten Wochen Alternativen aufgezeigt, das dürfen wir wohl auch von unseren gewählten Volksvertretern erwarten”, so Mayr. Der geringste Eingriff sei das Repowering in Vetschau, wo mit weniger, aber leistungsfähigeren Anlagen ein Vielfaches an Energie erzeugt werden könnte. Zudem müsse die Politik nicht nur Flächen südlich und östlich von „Avantis” zulassen, sondern endlich auch das Gewerbegebiet selber für die Windkraftnutzung öffnen, sowie gemeinsam mit den Niederlanden die Flächen zwischen Autobahn und „Avantis” nutzen.

Die Windkraft sei nicht nur die preisgünstigste, sondern neben der Photovoltaik auch die umweltverträglichste Form der Stromerzeugung: „Unter Windrädern können die Landwirte weiter ihre Felder bestellen, es wird nur wenig Fläche versiegelt, und im Gegensatz zum Energie-Mais werden die Böden nicht durch Pestizide und Düngemittel belastet”. Zudem vermisst der Nabu immer noch Planungen über die Grenzen der Stadt hinaus.
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