Willkommen am Tivoli: „Du musst draußen bleiben“

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
Tivoli Aachen Alemannia Fußball Stadion Symbol Symbolfoto dpa
Am Dienstag wurden verspätete Zuschauer am Tivoli zunächst abgewiesen.

Aachen. Willkommen am Tivoli: „Du darfst rein, du musst draußen bleiben!“ – so wurden zwei junge Mädchen am Dienstagabend in der Halbzeitpause vom Ordnungsdienst „begrüßt“, als sie arg verspätet noch zum Viertligaspiel der Alemannia gegen Bochum kamen.

Diejenige, die rein durfte, hat eine Dauerkarte, die andere wollte noch eine Tageskarte kaufen – bloß war keine Kasse mehr geöffnet. Neben den beiden jungen Damen standen noch zwei Männer – mit Geld in der Hand – und wurden ebenfalls abgewiesen. „Wir dürfen kein Geld annehmen“, beschrieben die Ordner ihr vermeintliches Dilemma, „aber wir dürfen auch keinen umsonst hereinlassen.“

Der bemerkenswerte Vorgang, dass ein gerade von einer Pleite genesender Viertligist, der auf jeden Besucher angewiesen ist, zahlungswillige Zuschauer abweist, zog lange Diskussionen nach sich – ehe die Ordner die Zuschauer doch ins Stadion ließen, in dem 6000 von knapp 33.000 Plätzen besetzt waren. In der 55. Spielminute. Kostenlos. Eine „Ausnahme“ sei das, hieß es. Und es fiel der Satz: „Nächstes Mal pünktlich kommen oder draußen bleiben.“

Das Ganze sei wohl „dumm gelaufen“, entschuldigte Fanbeauftragter Lutz von Hasselt, bei der Alemannia auch fürs Ticketing zuständig, am Mittwoch den Vorfall gegenüber der AZ. Eine letzte Kasse sei bis in die Halbzeitpause geöffnet. Und wenn die schließe, seien die Ordner angewiesen, die wenigen danach kommenden Besucher kostenlos hereinzulassen – wovon am Dienstag recht viele Ordner offenbar nichts wussten. „Wir werden das noch einmal kommunizieren“, versprach von Hasselt.

Neben dieser Service-Panne vom Dienstag hängt der Alemannia auch das Verbot eines Anti-Nazi-Banners am vorherigen Samstag nach. Uerdinger Fans wollten ein Transparent mit dem Schriftzug „Kein Bock auf Nazis“ im Stadion anbringen, die Alemannia untersagte dies. Dass der Klub das ausgerechnet kurz nach der Rehabilitation der „Karlsbande Ultras“ (KBU) tat, gegen die wegen ihrer Nähe zu rechtsradikalen Akteuren vor zwei Jahren Sanktionen verhängt worden waren, stößt bei etlichen Fans auf Kritik.

Doch Geschäftsführer Alexander Mronz verteidigte die Entscheidung am Mittwoch: Das Banner sei einerseits nicht angemeldet gewesen, andererseits seien in dem Schriftzug die Buchstaben „K“, „B“ und „U“ großgeschrieben gewesen. Mronz: „Das war aus unserer Sicht eine Provokation gegen unsere Fans, die zu einer Eskalation hätte führen können.“ Ohne die Hervorhebung von K, B und U hätte man das Banner genehmigt. Im Übrigen verstehe er nicht, dass darum nun „so ein großes Theater gemacht“ werde, sagte Mronz und betonte: „Diese Entscheidung würden wir auch wieder so treffen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (18)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert