Aachen - Wilde Actionszenen auf dem Schulhof: Neues Musical der Bleiberger Fabrik

Wilde Actionszenen auf dem Schulhof: Neues Musical der Bleiberger Fabrik

Von: Marie Ludwig
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Seit Ostern 2014 haben sie geprobt: Die insgesamt 32 Jugendlichen, die am Musicalprojekt der Bleiberger Fabrik teilnehmen. Am kommenden Samstag, 8. August, bringen sie das Stück auf die Bühne. Foto: Michael Jaspers
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Alles selbst erarbeitet: vom Skript bis zur Musik, Tänzen und den Kostümen – die Teilnehmer haben viel Kreativität bewiesen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Am Anfang war die Idee und der Wunsch“, sagt Janos Puschmann. Er hat das Musicalprojekt „Die Fabrik“ als Regisseur konzipiert und zusammen mit der Bleiberger Fabrik organisiert. Über 50 Menschen haben an dem Musical mitgewirkt: 32 jugendliche Darsteller, zwischen 13 und 17 Jahren, und eine Menge ehrenamtlicher Helfer.

Nächste Woche ist es endlich so weit. Nach über einem Jahr Probezeit bringen sie am Samstag, 8. August, ihr Musical auf die Bühne. Das Unfassbare: Alles ist selbst erarbeitet worden – vom Skript bis zur Musik, Tänzen und den Kostümen.

Szenario spielt im Jahr 2065

Das Szenario spielt im Jahr 2065: Kinder spielen auf einem Schulhof. Es gibt zwei Gruppen. Und die Unterschiede sind unübersehbar: Die Schere zwischen Arm und Reich ist auch in der Zukunft nicht verschwunden. „Wir sind im Krieg und das ist der Feind“, ruft ein Kind aus einer Gruppe und deutet auf die anderen. Dann bricht ein Schulhofkampf aus.

Was sich auf der Bühne in einer spannenden Actionszene zeigt, scheint der Wirklichkeit doch gar nicht so fern. Denn Janos Puschmann hat sich inspirieren lassen von den Problemen, die auf dem Schulhof ganz alltäglich passieren. Doch ist der Streit wirklich das Problem und welche Rolle spielt die Schulleitung? Rund-um-die-Uhr Bewachung, eine Abneigung gegen Singen und Spielen – am besten alle brav und gleich. Die Schule als Fabrik? Nein, eine Fabrik ist kein Ort für Kinder und genau deshalb hält die Bleiberger Fabrik ein lautstarkes Plädoyer gegen diese Vorstellung. Besonders unterstützt dies Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik. Sie setzt sich besonders für kreative Vielfalt ein. „Wir haben schon mehrere Theaterprojekte organisiert“, erzählt sie und erinnert sich noch gut an die ‚Werkzeitstory‘ (1989) und ‚Manege frei‘ (1996).

Janos Puschmann hat in der Bleiberger Fabrik ein FSJ-Kultur gemacht und in diesem Rahmen auch das Großprojekt Musical betreut. Seine Leidenschaft für das Schauspielen entdeckte er schon während seiner Schulzeit und spielte sogar selbst im Mörgenstheater. „So ein Stück kann man jedoch bei bestem Willen nicht alleine stemmen“, sagt Puschmann. Doch an Unterstützung mangelte es nicht: Die Bühnenkulisse wurde vom Grenzlandtheater gestiftet, die Finanzanträge übernahmen Sibylle Keupen und Axel Jansen von der Bleiberger Fabrik. Von musikalischer Seite hatte Puschmann Unterstützung durch Bernhard Gerards. „Bernie ist unser musikalisches Allroundtalent“, sagt Puschmann.

Gerards war Praktikant bei der Bleiberger Fabrik. Inzwischen ist er ein nicht wegzudenkender Part des Ensembles geworden. „Ich habe versucht die Stimmung der Szenen einzufangen und mir daraufhin etwas überlegt“, sagt der junge Musiker bescheiden. In Wirklichkeit hat er jedoch die Stimmen aller Musikinstrumente selbst als Orientierung für die anderen eingespielt und in Noten für die Band abgefasst. Im dem Stück übernimmt er das Schlagzeug und hat noch drei weitere Musiker an seiner Seite.

Seit Ostern 2014 sind die Jugendlichen nun schon mit dem Musical beschäftigt. In den Ferien haben alle eine Woche durchgeprobt und zusätzlich vier weitere Probenwochenenden eingelegt. Eigene Ideen und Wünsche einzubringen, das war die Kernidee des Projekts. „Ich kann es kaum erwarten, endlich auf der Bühne zu sein“, sagt der 15-jährige Vitus. Er nimmt schon seit sieben Jahren an den Werkwochen teil und findet, dass die Gruppe durch das Projekt total zusammengewachsen ist. Abgesprungen sei keiner.

Puschmann hebt die Achseln und grinst. „Im Gegenteil: Es sind immer mehr dazugekommen“, sagt er. Und, dass den Jugendlichen die Schauspielarbeit Spaß macht, ist ihnen wirklich anzumerken. 19 von ihnen haben sich dazu entschieden, im Rahmen der Musicalarbeit einen Kompetenznachweis Kultur zu machen. Dieser Bildungspass soll das Selbstbewusstsein der Teilnehmer stärken.

Das Ende? Wird nicht verraten!

Endlich wieder zur Kreativität zurückzukehren und Kindern mehr Mut zu machen – das sei es, worauf es wirklich ankommt, findet Keupen. Wie das Stück nun ausgeht? Das will keiner verraten. Eines kann Sibylle Keupen allerdings schon sagen: „es wird das größte und spektakulärste Stück, das wir bisher gemacht haben.“

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