Aachen - Wie viele Wohnungen für eine Galerie?

Wie viele Wohnungen für eine Galerie?

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
Kaiserplatz
Um das 290-Millionen-Projekt am Kaiserplatz wird hinter den Kulissen verhandelt. Foto: Manfred Kistermann

Aachen. Wie viele neue Wohnungen müssen die Investoren der Kaiserplatz-Galerie als Ausgleich für ihr 290-Millionen-Euro-Projekt in der Aachener Innenstadt schaffen? Bislang schien dies im Durchführungsvertrag zum Bau der Galerie klar geregelt – von 3000 Quadratmetern Wohnraum an der Harscampstraße und innerhalb des Alleenrings ist dort die Rede –, doch aktuell wird darüber hinter den Kulissen offenbar heftig gerungen.

Am Donnerstag trafen sich Vertreter der Investoren ECE und Strabag mit der zuständigen Dezernentin und mit den Planungspolitikern der Ratsfraktionen. Fazit des Gesprächs: Zwischen den Galerie-Machern auf der einen und Stadt und Politik auf der anderen Seite herrscht dem Vernehmen nach in der Wohnungsfrage noch ein deutlicher Dissens.

Knackpunkt ist dabei ein Areal an Harscampstraße und Adalbertsberg gleich neben dem Galeriegrundstück, wo die Investoren wie jüngst berichtet drei weitere Geschäftshäuser mit rund 3200 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen wollen. Dafür streben sie eine Änderung des Bebauungsplans an: Die Fläche soll zum Mischgebiet umgewidmet werden, was mehr Flexibilität beim Zuschnitt der Geschäftsgrößen erlauben würde. Denn nach jetzt geltendem Recht wären dort nur 800 Quadratmeter große Einheiten möglich.

1800 Quadratmeter Wohnraum als Ausgleich für die Kaiserplatz-Galerie sollen dort auch geschaffen werden. Doch für einen Ersatz der an der Harscampstraße wegfallenden Wohnungen – schließlich wird für die Neubauten abgerissen – sehen die Investoren laut Teilnehmern des gestrigen Gesprächs keine Verpflichtung. Wohl aber Stadt und Politik: ECE und Strabag sei mit auf den Weg gegeben worden, „noch einmal in sich zu gehen“, hieß es. Es sei einhelliger Tenor gewesen, dass es eine Änderung des Bebauungsplans nur bei einem Ausgleich für die wegfallenden Wohnungen gebe – wobei es auch hier um rund 1800 Quadratmeter gehen soll.

Der Ball liegt damit nun wieder bei den Investoren, während die Spielzeit langsam heruntertickt. Denn schon am 17. Januar soll die Politik die Planänderung beschließen, damit der Zeitplan eingehalten werden kann. Schließlich soll im Sommer 2013 mit dem Bau der Kaiserplatz-Galerie begonnen werden, damit man im Idealfall Ende 2015 eröffnen kann. Denn die Mieter der 130 Geschäfte könnten dann mit dem lukrativen Weihnachtsgeschäft starten. Die Zeit drängt also, und eine schnelle Lösung der Wohnungsfrage liege deshalb, wie es in der Politik hieß, „im Interesse der Investoren“.

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