Wie man sich bei Feuer verhält: Schulstunde, die Leben retten kann

Von: Tim Habicht
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Präventionskurs der Lebenshilfe: Im Floriansdorf lernen die Kinder und Jugendlichen, wie man sich im Notfall richtig verhält. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Rauch bildet sich plötzlich im Flur. Schnell eilen die rund 15 Kinder und Jugendlichen ins Schlafzimmer. Sie schließen die Tür, legen eine Decke vor den Türspalt und öffnen schnell das Fenster. Laut wird um Hilfe gerufen. Es brennt!

Die Feuerwehr rückt zügig an. Über eine Leiter klettern die Kinder und Jugendlichen ins Freie. Ein Jugendlicher im Rollstuhl bekommt eine Atemmaske aufgesetzt und verlässt das Gebäude geschützt über eine Rampe im Flur. Alles noch mal gut gegangen. Alle Beteiligten sind in Sicherheit.

Dieser Vorfall war zwar nur eine Übung. Allerdings eine äußerst realitätsgetreue. Denn im Floriansdorf der Feuerwehr Aachen in der Nähe des Campus Melaten steht ein kleines Dorf mit verschiedenen Häusern und Einrichtungen, an denen sich solche und ähnliche Situationen äußerst realistisch demonstrieren und üben lassen.

„In der Regel besuchen uns Schulklassen, die das Verhalten im Brandfall üben und lernen möchten. Doch bei speziellen Anfragen, stehen wir natürlich auch bereit“, sagt Franz-Josef Kogel, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes. „Im Floriansdorf kann man verschiedene Situationen proben. Wir zeigen zum Beispiel, welche Stoffe wie schnell brennen. Wir demonstrieren, wie sich Rauch in einem Haus entwickelt und wir erproben ganz praktisch das Verhalten im Brandfall“, so Kogel weiter.

Tipps von den Brandexperten

Diesmal sind rund 15 Kinder und Jugendliche mit Behinderungen zu Gast. „Viele von ihnen kommen jetzt in ein Alter, in dem sie immer selbstständiger werden. Deswegen ist es für uns wichtig, den Kindern und Jugendlichen mit Behinderung, die bald ambulant in einer eigenen Wohnung leben, zu zeigen, wie sie sich im Notfall verhalten müssen“, sagt Renate Adomeit, Geschäftsführerin der Lebenshilfe.

Der erste lehrreiche Ausflug ins Floriansdorf kommt bei allen Beteiligten äußerst gut an. Nach einer theoretischen Einführung mit Anschauungsmaterial und einem kurzen Film steht die praktische Übung auf dem Stundenplan.

„Ich finde das wirklich toll! Wir haben heute viel gelernt. Natürlich haben mir die praktischen Übungen besonders gefallen. Aber auch in der Theorie wurde uns viel Neues erzählt. Man sollte zum Beispiel mit Wunderkerzen im Wohnzimmer aufpassen, das könnte gefährlich werden“, sagt die 16-jährige Kim-Pia. Sie meistert den Ausstieg durch das Fenster gekonnt und bringt sich somit in Sicherheit. Eine Übung, die für den Ernstfall enorm wichtig ist und Leben retten kann.

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