Wie man 150.000 Tagungsgäste mehr nach Aachen zieht

Von: re
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Kräfte gebündelt (v.l.n.r.):
Kräfte gebündelt (v.l.n.r.): Maurice De Boer (Ratskeller), Wolfgang Winkler (Art Hotel Superior), Werner Schlösser (Aachen Tourist Service), Kristina Wulf (Eurogress), Michael Nobis (Nobis Printen) und dutzende weitere Partner haben die Kongress-Initiative gegründet. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Gut 150.000 Tagungsgäste mehr pro Jahr, dazu eine neue Multifunktionshalle mitten in der Stadt für mindestens 1000 Zuschauer: Das sind zwei der Visionen der Kongress-Initiative, die sich in Aachen unter der Federführung von Eurogress und Aachen Tourist Service gegründet hat.

„Wir wollen den Kongress- und Tagungsstandort mit vereinten Kräften noch bekannter machen und darauf hinwirken, dass sich Rahmenbedingungen verbessern”, sagt Eurogress-Geschäftsführerin Kristina Wulf. Die Kaiserstadt greift nach einem größeren Batzen des gigantischen Kuchens.

2,7 Millionen Veranstaltungen mit 323 Millionen Teilnehmern habe man 2010 in Deutschland gezählt - es geht um Milliarden Euro. Immerhin 2400 Tagungen (ab 50 Personen) mit 340.000 Gästen habe man gleichzeitig in Aachen registriert. Und Studien zeigten, dass hier - trotz begrenzter Kapazitäten - durchaus Spielraum nach oben besteht. Potenzial versprechen nicht nur Events ab 500 Personen. „Das Kongresswesen ist ein bombenstarkes Segment in Aachen - das wird in der Öffentlichkeit oft unterschätzt”, betont der Geschäftsführer des Aachen Tourist Service, Werner Schlösser.

Schon jetzt seien hier 70 Prozent der Hotel-Übernachtungen beruflich bedingt, die Hälfte von Tagungsteilnehmern. Das kann sich im deutschlandweiten Vergleich trotz riesiger Messe-Zentren in Großstädten sehen lassen. „Bei den Übernachtungen sind wir bereits Spitzenreiter der 2. Liga - mit Aufstiegstendenz”, erklärte Schlösser.

Der Initiative gehe es aber um mehr. Von Kongressgästen profitieren Gastronomie, Personaldienstleister, Veranstaltungstechnik-Firmen und viele Dienstleister mehr. Bis hin zum Einzelhändler. „Zusätzliche Gäste tun uns allen gut”, sagt Bäcker Michael Nobis. Man müsse die „gebündelte Kreativität der Initiative nun voll ausschöpfen”, fügt Ratskeller-Gastronom Maurice de Boer hinzu.

Auswärtige Entscheider sollen nun zu Werbetouren eingeladen werden. Die Vermarktung des Kongressstandorts soll - unter Einbindung des Stadtmarketings - gezielter positioniert werden. „Das war bislang eher bescheiden möglich”, merkt Hoteldirektor Wolfgang Winkler an. Zudem will man die Kommunalpolitik stärker für das Thema sensibilisieren. Der Ruf nach einer neuen Veranstaltungshalle sei dabei eher als Langzeitziel zu verstehen. Schon kurzfristig könne man Pakete schnüren, die weitere Kongressveranstalter nach Aachen locken: etwa über günstigere Parkhausgebühren für Tagungsgäste, verbilligte Bustickets und rabattierte Hotelpreise.

Zentraler Koordinator bei konkreten Tagungsanfragen ist seit zwölf Jahren „Aachen Congress”, angedockt an den Tourist Service. Das soll so bleiben. Die Initiative will vorher Weichen stellen. Dafür zahlt jedes Mitglied 450 bis 1500 Euro pro Jahr. Was sich angesichts der Wachstumszahlen schnell lohnen könnte.
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