Wie kommt eine Bombe unter einen Bunker?

Von: Stephan Mohne
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Schreck in der Nachmittagsstunde: Auf der Baustelle an der Rütscher Straße wurde am Mittwoch eine Fliegerbombe gefunden. Zum Glück stellte sie sich als ungefährlich heraus. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Frage, die sich alle Anwesenden vor Ort vom Feuerwehrmann bis zum Polizisten, vom städtischen Dezernenten bis zum Ordnungsamtsmitarbeiter stellten, war jene: Wie soll, bitteschön, eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg unter einen Bunker kommen, der ja gerade zum Schutz vor Fliegerbomben gebaut wurde?

Die Frage blieb letztlich unbeantwortet. Fakt aber war, dass am Mittwochmittag mitten in der Baustelle an der Rütscher Straße, wo bis vor kurzem eben jener Bunker stand und wo bald schmucke Wohnhäuser hochgezogen werden, eine solche Bombe lag. Das bedeutete: Alarmstufe Rot. Die Feuerwehr rückte mit zahlreichen Einsatzkräften und ihrer neuen mobilen Einsatzzentrale im Bus an. Die Polizei riegelte mit Kräften der Einsatzhundertschaft den Einsatzort ab, die Rütscher Straße wurde gesperrt.

Gespanntes Warten

Im Kopf spielten die Einsatzleiter und Dezernent Lothar Barth, der für die Feuerwehr und den Katastrophenschutz zuständig ist, bereits Evakuierungsszenarien durch. Schlimmstenfalls hätte die Bombe einen chemischen Langzeitzünder gehabt. In diesem Fall wäre nach einigen schweren Unfällen mit diesen gefährlichen Zündern einige riesige Maschinerie in Gang gesetzt worden. Bis zu 6000 Menschen wären laut Barth in diesem Fall betroffen gewesen. Zudem hätten Wälle aus Sand aufgeschüttet werden müssen.

Und so wartete man mit Spannung auf den Kampfmittelräumdienst. Rund eine Stunde nach dem Fund rollten die Experten in der Rütscher Straße an und begutachteten zunächst die Bombe. Schnell war klar, dass es sich um eine Zehn-Zentner-Bombe handelte. Doch sie war dermaßen verrostet und verkrustet, dass die Fachleute sie erst einmal säubern mussten, um sich ein genaues Bild von der Gefährlichkeit machen zu können. Die Feuerwehr platzierte ein Zelt über der Bombe.

Dann ging alles recht flott. Nach wenigen Minuten gab es die Entwarnung. Die Bombe war nur noch eine Metallhülle ohne Sprengstoff in ihrem Inneren. Zünder gab es auch keine mehr. Möglicherweise wurde sie schon vor langer Zeit entschärft und einfach liegengelassen. Und es blieb an diesem Nachmittag nur das Geheimnis, wie sie dorthin kam, wo jüngst noch das massive Betonfundament des Weltkriegsbunkers stand.

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