Wie in Stein gemeißelt: Römermauer am Markt entdeckt

Von: Matthias Hinrichs
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Zeugen aus antiker und mittelalterlicher Zeit: Dr. Donata Kyritz hat die bis zu knapp 2000 Jahre alten Relikte dokumentiert. Foto: Andreas Steindl
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Mehr Platz für „Burgerista“ Richtung Büchel: Das Restaurant soll in Kürze am Markt 46 einziehen.

Aachen. Tief unterm neuzeitlichen Marktpflaster wohnte so mancher schon vor fast zwei Jahrtausenden auf hohem Niveau. Zwar ist auch diese Erkenntnis nicht taufrisch. Aber das kann die Begeisterung der Experten nicht schmälern, wenn ein weiterer Puzzelstein in Sachen römische Historie plötzlich buchstäblich zum Greifen nah ist.

Genauer: Immerhin etwa 90 Zentimeter lang und circa einen halben Meter stark sind die Reste einer antiken Mauer, welche jetzt bei den Bauarbeiten fürs nächste gastronomische Projekt im Umfeld des Rathauses freigelegt wurde.

In der äußersten Ecke des Grundstücks hinterm Haus am Markt 46, wo vor kurzem ein Flachbau weichen musste, um mehr Platz zu schaffen für die geplante Einrichtung eines Burger-Restaurants, hat Dr. Donata Kyritz die (nur äußerlich eher unscheinbare) Entdeckung sichtbar gemacht. „Wir können davon ausgehen, dass hier bereits etwa im 2. Jahrhundert ein römisches Gebäude stand, in dem betuchte Menschen gewohnt haben“, erklärt die Archäologin.

Selbst der Laie erkennt flott, dass die kleine Mauer, die etwa drei Meter unterm Marktniveau liegt, auf der Innenseite eine Bemalung in roter Farbe aufweist, welche weiland in den noch feuchten Putz eingearbeitet wurde. Auf diese Weise haben schon die Römer die Strukturen kostbarer Marmorvertäfelungen imitiert, verrät die Expertin, die auch darüber hinaus so manche Entdeckung gemacht hat. Im Umfeld wurden zudem mittelalterliche Mauerreste und Teile eines Jahrhunderte alten Metallofens gefunden.

Selbstverständlich habe sich Stadtarchäologe Andreas Schaub sogleich von der Echtheit des fulminanten Fundes überzeugt, berichtet Erwin Pfeifer, der das Haus am Markt vor 15 Jahren erworben hat. „Damit kann die Dokumentation der antiken Besiedlung ein weiteres Stück komplettiert werden“, erklärt Architekt Konrad Schenk – auch wenn die genauen Ausmaße des besagten Gebäudes, wie bald auch das Fundstück selbst wieder, weiter im Verborgenen liegen: Es wird säuberlich für die Nachwelt konserviert, bevor der neue Anbau errichtet wird. Pfeifer geht davon aus, dass der Rohbau im November fertig ist.

Im kommenden Jahr soll eine Fastfood-Filiale der österreichischen Restaurantkette „Burgerista“ auf der um rund 100 Quadratmeter vergrößerten Geschäftsfläche einziehen.

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