Wie ein Familientreffen von Fahrzeugsammlern

Von: Gerd Simons
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Von Aachen aus auf große Tour: Wie dieser Teilnehmer aus Düren starteten am frühen Samstagmorgen insgesamt 53 Oldtimerliebhaber bei der „Kaiser-Karl-Classic“. Foto: Andreas Schmitter
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Aachen. Die Herzen schlugen höher, gestandene Männer bekamen feuchte Hände, strahlende Augen und streichelten wie elektrisiert über die lackierte Blechhaut der Objekte der Begierde: Oldtimer trafen sich am vergangenen Samstag in aller Herrgottsfrühe auf dem Gelände der Mercedes Benz-Niederlassung Aachen zur Oldtimer-Rundfahrt „Kaiser-Karl-Classic“ („KKC“).

Die Wagen haben mindestens dreißig Jahre auf dem Blechbuckel. Der Motor-Sport-Club Aachen (MSC), hatte als Initiator zur 15. Auflage der Aachener „KKC“ eingeladen und schickte die 53 Relikte aus einer längst vergessenen Zeit auf eine zweitägige fast 400 Kilometer lange Tour bis in den Westerwald und zurück. Für viele der Oldtimer war die kaiserliche Ausfahrt, die wie ein Familientreffen von gleichgesinnten Fahrzeugsammlern anmutete, die letzte Tour des Jahres. „Bevor wir unsere Schätzchen in den wohlverdienten Winterschlaf schicken, wollten wir uns noch mal eine Ausfahrt gönnen“, blickte Gerd Fleischhauer, Vorsitzender des MSC, auf das trotz des trüben Spätsommerwetters strahlende Teilnehmerfeld. Bei dieser Ausfahrt ging es nicht um Schnelligkeit, sondern um Zuverlässigkeit. So hatten der MSC mit seinen 52 ehrenamtlichen Helfern 98 Kontrollpunkte und zehn Sonderprüfungen vorbereitet.

Die ausgesuchte Strecke führte die Teilnehmer von Aachen über Krauthausen in die Eifel nach Heimbach, über Bad Breisig nach Oberlaach, wo die Teilnehmer den ersten Tag ausklingen ließen. Am Sonntag ging es wieder zurück nach Aachen zum Ziel, das diesmal das Restaurant Königs in Freund war. Einer der Stars der Rundfahrt war neben dem „Oldie der Oldtimer“, ein Wolseley Hornet Special von 1933, das deutsche Vorkriegsfahrzeug Adler, Typ 2, das 1939 gebaut wurde, 45 PS hat und 112 Stundenkilometer schnell ist. Helmut Schmitz ist stolz auf sein Auto, das er in einem äußerst gepflegten Originalzustand zeigen konnte. „Ich kenne dieses Fahrzeug seit über vierzig Jahren, und es gehörte einem Freund, der es aber Anfang der 1990er Jahre nach Frankreich verkauft hat“, erinnert sich Schmitz. „Und irgendwann meldet sich der französische Besitzer bei mit, ob ich den Wagen kaufen wolle. Da habe ich keine Sekunde überlegt und zugeschlagen“, funkeln die Augen des 75-jährigen Oldtimer-Fans.

Mit einem schweren Herzen und feuchten Augen hatte Paul Hasbach nach einer einjährigen Rundfahrtenabstinenz an der „KKC“ teilgenommen. Dem aus Düren stammenden Oldtimer-Besitzer war während einer Rundfahrt im belgischen Eupen im vergangenen Jahr während der Siegerfeier sein „Schatz“, ein Mercedes SC, Baujahr 1961, gestohlen worden. „Darunter leide ich noch heute“, erzählte er. Innerhalb von 15 Jahren hatte er den Wagen von Grund auf restauriert und viel Herzblut reingesteckt. Weil er doch nicht von alten Perlen der Automobilgeschichte lassen kann, hat er sich nun einen Mercedes Pagode 280 SL von 1969 zugelegt.

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