Wie der Hase läuft, weiß der Jäger zu Ostern am besten

Von: Robert Esser
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Feldhasen
Der Hase gilt von jeher als ein sehr fruchtbares Tier, was laut vieler Forscher die Verbindung zu den Eiern erklären soll. Foto: dpa

Aachen. Zu Ostern gehört der Hase wie der Christbaum zu Weihnachten. Aber die Langohren machen sich rar - obwohl es laut Deutschem Jagdschutzverband vier Millionen Feldhasen in Deutschland gibt.

Allein in NRW hoppeln in der Statistik 29 Hasen pro Feld- und Wiesen-Quadratkilometer übers Land. Bloß wo? Nicht mal im Aachener Tierpark lässt sich der echte Hase sehen. Hier gibt´s nämlich nur „Zwerghasen”. Und Tierparkchef Wolfram Graf-Rudolf räumt ein: „Wir haben zwar dutzende Kaninchen auf unserem Kinderbauernhof. Aber das ist natürlich trotz der Namensverwandschaft der Zwerghasen eine völlig andere Tiergattung.” Als Zootier sei solch ein wilder Hase denkbar ungeeignet - und entsprechend selten, sagt Graf-Rudolf.

So ein Feldhase kann übrigens bis zu sechseinhalb Kilogramm auf die Waage bringen, doppelt so viel wie ein Durchschnittskaninchen. Er ist bis zu 70 Stundenkilometer schnell, springt zwei Meter hoch. So etwas schmeckt dem Jäger. Mehr als eine halbe Million Feldhasen haben Jahr für Jahr das Nachsehen. Auch wegen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung seines Lebensraums. Dünger mag er nicht. Deshalb macht sich der Langohr-Hoppler in Freiheit rar. Und wenn Meister Lampe jetzt doch mal in Lichtungen rund um Aachen und in der Nordeifel auftaucht, sollte man ihn zur Osterzeit lieber in Ruhe lassen. Es ist Paarungszeit.

„Die ersten Junghasen sind garantiert schon da”, sagt Walter Corsten. Der Horbacher Jäger und Falkner besitzt ein eigenes Niederwildrevier und weiß, wie der Hase läuft. „Natürlich gibt es Gebiete mit schwachem Besatz. Da wurden zuletzt auch schon mal Jagden abgesagt. Die klassischen Räuber wie Füchse, Krähen und Greifvögel machen beachtliche Beute. Aber wir sind hier rund um Aachen eigentlich mit dem Hasenbestand sehr zufrieden”, erklärt er. In klaren Nächten könne man im Licht der Taschenlampe problemlos 100 bis 150 Hasen bei einem Streifzug durch Wald und Wiesen zählen. Und wo? „Laurensberg ist eine gute Hasenecke”, verrät Corsten. Auch das Jülicher Land, Seffent und Orsbach gelten als Hasenreviere. „Die sind ziemlich standorttreu”, sagt er. „Der Feldhase ist in NRW sicher keine gefährdete Tierart.” Wichtig sei, dass man als Jäger höchstens ein Drittel der Hasen schieße, die man gezählt hat.

Apropos Zahlen: Bei einem ganz besonders süßen Hasenbestand aus Aachen explodiert die Population seit mehr als 50 Jahren immer wieder zur Osterzeit. Rund 100 Millionen Goldhasen setzt der kaiserstädtische Schokoladen-Hersteller Lindt & Sprüngli jedes Jahr in 60 Ländern ab. Das heißt: Auf jeden echten Feldhasen in der Republik kommen 25 Schokohasen. Die sind ganz leicht zu finden.
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