Wie das Ei zum Kunstwerk wird

Von: Christoph Hahn
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Bieten eine etwas andere Einstimmung auf Ostern: Künstlerin Monika Lennartz und Museumsleiterin Dagmar Preising (rechts) mit den Exponaten zur Eier-Ausstellung. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Kaum ist Karneval vorbei, da können Besucher im Couven-Museum auf Eiersuche gehen. Für diesen Vorgeschmack auf Ostern noch während der Fastenzeit sorgt die Sammlerin Monika Lennartz. Mit einer erlesenen Sammlung verschiedener Eier passt die Mönchengladbacherin in den glanzvollen Rahmen des Museums.

Dabei treten die Ausstellungsstücke in „Aachens guter Stube” nicht mit großer Geste auf. Klein, ja winzig, zart und zerbrechlich wirken die Exponate in vielen Fällen. Doch da sie von Dr. Dagmar Preising, der Museumsleiterin, in Zusammenarbeit mit Monika Lennartz in Vitrinen geschickt zur Schau gestellt werden, kommen sie wirkungsvoll zur Geltung.

Die Besitzerin der ovalen Kostbarkeiten stammt aus einer alten Rheydter Familie von Kunsthandwerkern. Denn zwischen allen Schätzen aus längst vergangener und gegenwärtiger Zeit finden sich viele Eier, die von der Hand der Sammlerin bemalt und beklebt oder sonst wie bearbeitet worden sind. Seiten alter Gebetbücher hat Monika Lennartz durchaus pietätvoll Bänden in schlechtem Gesamtzustand entnommen, dann Kleister angerührt, um schließlich die Blätter mit behutsamer Hand mit der Oberfläche des Eis zu einem neuen Ganzen zu verschmelzen. Dass sie zudem akkurat Ornamente, Girlanden und anderen Zierrat auf den wenigen Quadratzentimetern unterbringt - Ehrensachen für die Künstlerin, die in Aachen die erste Ausstellung außerhalb ihrer Heimat bekommt.

Freilich zeigt Monika Lennartz im Couven-Museum nicht nur Gemaltes und Geklebtes. Dass sie über Interesse an filigranen „Klosterarbeiten” aus dem bayerischen Raum zum Interesse am hoch künstlerisch bemalten Ei fand, ist anderen Arbeiten mit Leichtigkeit anzusehen. Fäden, Borten, Perlchen und winzige gewirkte Bänder umfassen das von Künstlerhand verfeinerte Ei einer Gans, dessen Überzug Schriftzüge und Buchmalereien wie aus einer mittelalterlichen klösterlichen Schreibstube erkennen lassen.

Andere Eier wiederum lassen sich aufklappen und offenbaren dann Szenen aus den biblischen Berichten rund um Tod und Auferstehung Jesu Christi. Einem ihrer Meisterstücke hat die Künstlerin und Sammlerin extra einen Spiegel unterlegt, damit sich die Betrachter bis in die letzten Feinheiten an ihrem Werk erfreuen können.

Darüber hinaus gibt es allerlei Kurioses und Historisches rund um die Zeit zwischen Palmsonntag und Ostersonntag zu sehen. Backformen für Osterlämmchen aus Kuchenteig, Kutschen und andere Fahrzeuge, mit denen der Hase seine Geschenke ausliefert: Das Programm dieser Schau kennt mindestens hundert verschiedene Facetten seines Themas. Ein kunterbuntes Rahmenprogramm nebst Eier-Workshop mit Monika Lennartz gibt es übrigens auch.

Genauere Informationen gibt es im Faltblatt zur Ausstellung, das unter anderem im Couven-Museum am Hühnermarkt kostenlos erhältlich ist.
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