Aachen - Wie Aachener die Mangelernährung in Madagaskar mit Algen bekämpfen

Wie Aachener die Mangelernährung in Madagaskar mit Algen bekämpfen

Von: Svenja Pesch
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Sie setzen auf Hilfe zur Selbsthilfe: Ann-Kristin Becker, Tuan Nguyen und Julia Dickmeis (von links) haben Ideen für die Menschen in Madagaskar. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mit Algen die Welt der Menschen in Madagaskar ein Stückchen besser machen. Klingt komisch? Ist aber eine ganz und gar nicht komische Idee der „Enactus“-Projektgruppe Aachen. Unter dem Titel „Ex Aqua – a healthy life from a healthy sea“ widmen sich elf Studenten seit April genau dieser Thematik.

„Enactus e.V.“ selbst ist Teil einer internationalen Studentenorganisation, die das Ziel verfolgt, durch Projekte die Welt ein bisschen besser zu machen. Ann-Kristin Becker, Projektleiterin von „Ex Aqua“, erzählt das Konzept für Madagaskar: „Über 77 Prozent der Bevölkerung dort lebt unter der Armutsgrenze. Alleine in den letzten 50 Jahren sind 65 Prozent aller Korallenriffe in der Region Toliara gestorben.

Hinzu kommt, dass 1,9 Millionen Menschen im südlichen Madagascar keine gesicherte Nahrungsmittelversorgung haben und der tägliche Nährstoffbedarf nicht gedeckt ist.“ Die Lösung des Teams: Algen. „Algen, Austern und Muscheln enthalten Vitamine, Mineralstoffe, Calcium, Magnesium und Antioxidantien. Sie reduzieren zudem den Cholesterinwert und verbessern die Blutzirkulation“, erklärt Gruppenmitglied Tuan Nguyen. Ferner wandeln Algen Kohlenstoffdioxid zu Sauerstoff um.

Durch das Absorbieren von überschüssigem Phosphat und Nitrat wird die Wasserqualität verbessert und so das Riffsterben bekämpft. „Im Januar fliege ich mit zwei weiteren Kollegen nach Madagaskar, damit wir vor Ort schauen können, wie sich das Ganze entwickelt. Wichtig ist es außerdem, den Fischern zu erklären, wie unsere Idee funktioniert“, so Becker. Denn dank einer Algenfarm, die in der Anschaffung 250 Euro kostet, entstehen neue Jobs.

So erlernen ehemalige Fischer durch Schulungen das Prinzip des Algen- und Muschelfarmens. Sie pflanzen, ernten, verkaufen und exportieren Algen und Muscheln in Form verschiedener Produkte oder als Rohstoff für den Tourismussektor. „Beim Prinzip des ,Ocean Farming‘ benötigen wir nur einen geringen Ressourceneinsatz und bauen gleichzeitig das Ökosystem wieder auf. Des Weiteren ist nur eine kleine Fläche nötig, da der Aufbau in die Tiefe geht. Und zu guter Letzt ist alle acht Wochen eine Ernte möglich“, sagt Nguyen.

Durch das Konzept wird die lokale Wirtschaft unterstützt, die Mangelernährung bekämpft und eine Produktverarbeitung durch Farmer oder Restaurants möglich gemacht. „Uns ist es wichtig, dass unsere Projekte ein soziales, aber auch ein unternehmerisches Ziel verfolgen“, betont Becker und ergänzt: „Wir geben den Menschen dort Hilfe zur Selbsthilfe und hoffen, dass sich die ganze Idee fortsetzt und erfolgreich ist.“

Dabei sind sie vor allem auf Spenden und Projektpartner angewiesen, die sie in der Realisierung unterstützen. Die Spendenkontonummer von Enactus Aachen lautet DE32 3906 0180 0825 7690 13, Verwendungszweck: SPENDE ex aqua.

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