Wichtiges Stück aus Alemannias Historie

Von: hpl
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Erinnerung an den alten Tivoli und an Alemannia Fan André Franke, von allen Ante genannt: Vor dem Spiel gegen Wiedenbrück am Samstag wurde die Hinweistafel, die am Aufgang zu Block S3/S4 hängt, an die Fans übergeben. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es ist auf den ersten Blick „nur“ eine Hinweistafel. Sie hängt im Umlauf des Tivoli am Aufgang zu Block S3/S4, hinter den ersten Einlasskontrollen, aber vor dem Aufgang zur Stehgeraden. Da, wo die treusten der treuen Alemannia-Fans immer hochsteigen, um ihren Klub anzufeuern.

Viele von ihnen werden gewiss bei den künftigen Heimpartien den Blick kurz zurück wenden, auf die Hinweistafel blicken und damit zugleich einen emotionalen Rückblick in die Alemannia-Geschichte tun.

Emotional gleich aus doppeltem Grund, denn die Tafel bietet eine historische Szene aus dem alten Tivoli, aber auch ein schematisiertes Porträt von André Franke – in Fankreisen einfach nur Ante genannt. Vor dem Spiel gegen den SC Wiedenbrück am Karnevalssamstag wurde die Tafel an die Fans übergeben. Damit ist ein kleiner ideeller Brückenschlag zwischen alter und neuer Spielstätte vollzogen.

Stolberger Tivoli Jonge

Die Erinnerungen an den alten Platz und André Franke lösen bei den Fans Gefühle aus. Schließlich ist der alte Tivoli für viele mit schwarz-gelbem Herzen der einzig wahre Tivoli. Auch wenn das neue Stadion bislang sportlich eigentlich keine Chance bekam. Ante gehörte über Jahrzehnte zu jenem Stadion und in jenes Stadion.

Er stand stellvertretend für den Alemannia-Anhänger im besten Sinne – bei Wind, Wetter, Hitze, Kälte, bei Siegen, aber auch Niederlagen. Ante Franke erkrankte 2012 schwer und starb 2014. Es ist bezeichnend für diesen Anhänger, dass er für sich selbst noch eine „To-do-Liste“ aufstellte, mit der er die Erinnerung an den Tivoli, der 1928 rund 250 Meter von der jetzigen Erinnerungstafel eröffnet wurde, weitergeben wollte.

„Wir wollen das Versprechen, das wir André Franke gegeben haben, auch einlösen“, betonte Oberbürgermeister Marcel Philipp am Samstagsmittag. Quasi als Hausherr des neuen Stadions, das inzwischen der Stadt gehört, war er eigens gekommen, um gemeinsam mit Dieter Lübbers die Tafel einzuweihen. Dieter „Didi“ Lübbers ist der aktuelle Vorsitzende des Fanklubs „Stolberger Tivoli Jonge“, die für Ante wie eine Familie waren.

„Er hätte so viel Aufhebens um seine Person gar nicht gewollt“, beschrieb Lübbers seinen Freund – wohl wissend, dass dieser sich trotzdem gewiss gefreut hätte. Denn nicht nur Philipp empfand die Übergabe der Tafel als ein „schönes Zeichen, dass solche Dinge auch heute noch funktionieren“.

Älteste Alemannia-Fahne

Antes Markenzeichen war die älteste Alemannia-Fahne, die er stets stolz schwang, auch daran erinnert der persönliche Teil der Gedenktafel. Der allgemeine schildert übersichtlich wesentliche Daten, die auch künftige Fan-Generationen über den alten Tivoli wissen sollten.

Vielleicht sei die Tafel ja auch ein kleines Symbol für bessere Zeiten, die kommen könnten, meinte Dieter Lübbers recht ernst und fügte verschmitzt grinsend hinzu: „Eine komplette Rückrunde mit Siegen, und die besseren Zeiten sind da.“ Die Mannschaft hat mit dem verdienten 3:1-Sieg gegen Wiedenbrück Ante Frankes Gedenken den passenden sportlichen Rahmen gegeben.

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