Wichtige Bündelung der Hilfsangebote für Flüchtlinge

Von: Edda Neitz
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Betreuung gefragt: Nachdem die Flüchtlinge sich etwas erholt haben, helfen die Ehrenamtlichen des ökumenischen Lenkungskreises ihnen, mit den Bedingungen in den Turnhallen zurecht zu kommen. Foto: Andreas Steindl
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Koordinieren den Beistand durch rund 180 „Kollegen“ in Brand und Forst: Philipp von Gallwitz und Klaus Assent (rechts). Foto: Andreas Steindl

Brand. Für 310 Personen ist in der großen Turnhalle der Gesamtschule Brand Platz. Um die 170 Menschen haben in den beiden Hallen an der Rombachstraße nach wochenlanger Flucht bereits vor einigen Tagen ein Dach über dem Kopf erhalten.

„Wir haben die Männer, die ohne Frau und Familie gekommen sind, komplett in die große Turnhalle gelegt. Frauen mit Kindern sowie Familien sind in der kleinen Halle bei den Familien, die schon seit einer Woche hier sind, untergebracht“, erklärt Klaus Assent, der ehrenamtlich Flüchtlingshilfe unter dem Dach des Ökumenischen Lenkungskreises Flüchtlinge Brand-Forst, kurz ÖLF genannt, leistet. Die katholischen Gemeinden St. Donatus und St. Katharina sowie die evangelische Gemeinde in Brand tragen den Kreis.

Bereits vor einem Jahr hat die Pfarre St. Donatus mit dem Aufbau eines ehrenamtlichen Arbeitskreises, der sich um Flüchtlinge kümmert, begonnen. „Bei uns in Brand gab es immer mehr Flüchtlingsfamilien. Dass es noch mehr werden, haben wir kommen sehen“, sagt Philipp von Gallwitz.

Bei ihm laufen die Fäden des Lenkungskreises zusammen, den er neben seinem Vollzeitjob bei einem pharmazeutischen Unternehmen aufgebaut hat. Ein wichtiger Ansatz ist, die zahlreichen Hilfsangebote von Einzelpersonen und Gruppen effektiv zu bündeln und zu koordinieren. Patenschaften für Flüchtlingsfamilien und die Organisation von Sprachunterricht waren die ersten Projekte.

Die große Zahl der Flüchtlinge, zuerst in der Theodor-Körner-Kaserne und nun auch in den Turnhallen der Gesamtschule Brand, sind für den ÖLF dann noch einmal eine besondere Herausforderung. Schon seit Mitte September unterstützt der Kreis das DRK in der Körner-Kaserne bei der Betreuung von etwa 200 Flüchtlingen.

„Hinter solchen Projekten, wie wir sie jetzt haben, muss auch ein klares Konzept stehen“, betont Philipp von Gallwitz. Das fängt schon damit an, die rund 180 ehrenamtlichen Mitarbeiter richtig einzusetzen. „Nur fürs Herumstehen wollen sie nicht ihre Freizeit opfern“, fügt er hinzu. Schnell und flexibel reagieren zu können, ist überhaupt ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit. „Wir haben zunächst nur kurzfristig erfahren, dass Flüchtlinge kommen werden, aber mehr Information hatten wir nicht“, berichtet er.

Als die Schutzsuchenden dann mitten in der Nacht ankamen, musste kein ÖLF-Helfer zur Stelle sein. „Die gesamte Unterkunftslogistik und Versorgung stemmt die Stadt, aber alles, was darüber hinausgeht, läuft unter unserer Regie“, sagt Klaus Assent. Er ist seit 2013 im Ruhestand und hat sich, als er bei einer Messe in St. Donatus vom Lenkungskreis hörte, spontan zur ehrenamtlichen Hilfe entschlossen. Seit kurzem koordiniert er das Hilfsangebot des Lenkungskreises in der Gesamtschule.

Um die 70 Personen waren zunächst in der kleinen Turnhalle untergebracht. „Wenn diese Menschen hier ankommen, müssen sie sich erst einmal ein paar Tage ausruhen“, erzählt Klaus Assent. Einkleiden mit dem, was die Kleiderkammer zur Verfügung hat, ist dann die erste Aktion, welche die ehrenamtlichen Helfer mit den Neuankömmlingen starten.

Möglichst bald soll es einen Sprachunterricht geben. Zwei junge Lehrerinnen haben sich bereits gemeldet. An der Struktur – wann und wo unterrichtet werden soll – muss Koordinator Assent noch arbeiten. Dann geht es weiter mit einem Beschäftigungsangebot für Kinder und Erwachsene. Eine Spielgruppe für die ganz jungen Flüchtlinge hat er schnell organisieren können. Für Arztbesuche oder Gespräche mit den Behörden steht Klaus Assent mit seiner Helfergruppe ebenfalls bereit.

Obwohl der Lenkungskreis über einen großen Stamm von ehrenamtlichen Helfern verfügt, ist weiterhin Bedarf. „Wir können jeden gebrauchen, der unsere Arbeit unterstützen will“, sagt Philipp von Gallwitz.

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