Wichtige Auszeit für die Eltern

Von: Anja Klingbeil
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Sind froh über die Hilfe des Förderkreises: Frank Posthoff und Söhnchen Hektor. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Auf Papas Arm ist es einfach am sichersten. Besonders, wenn so viele Leute da sind und man die meisten davon nicht kennt. Da geht es Hektor wie jedem anderen Zweijährigen auch. Als Frank Posthoffs Sohn auf die Welt kam, wog er gerade 640 Gramm und war 30 Zentimeter groß.

Nur eine Handvoll Mensch, die nach der viel zu frühen Geburt sofort in den Brutkasten musste. „Es ist schwierig, einen klaren Gedanken zu fassen. Man steht einfach nur vor dem Brutkasten und schaut sich dieses kleine Wunder an”, sagt Frank Posthoff. Hektor war stark.

Das Frühchen kämpfte sich ins Leben. Auch, wenn er die ersten elf Monate davon auf der Kinderintensivstation des Aachener Universitätsklinikums verbrachte. Acht Operationen mussten der Winzling und seine Eltern in dieser Phase überstehen.

Hilfe gleich nach der Geburt

Schon in dieser schweren Zeit trat der „Förderkreis schwerkranke Kinder in der Region” an Anuschka und Frank Posthoff heran. Er hat sich die Nachsorge in den Familien zur Aufgabe gemacht, deren Kinder als „Frühchen” oder krank auf die Welt kommen. Wenn ein Kind besonders intensive Pflege benötigt, bedeutet das auch Veränderungen im Zusammenspiel der Familie. Zurzeit unterstützt der Förderkreis 60 Familien in der gesamten Städteregion. Das Angebot ist kostenlos.

„Der Förderkreis ist für uns eine große Hilfe”, betont Posthoff. Besonders in der ersten Zeit, als Hektor noch ein Stoma, einen künstlichen Darmausgang, hatte. „Wir waren froh, dass wir uns dank des Förderkreises auch mal eine Auszeit nehmen konnten. Und sei es nur für ein paar Stunden.

Aber die Zeit braucht man, um wieder neue Kraft zu tanken.” Ein- bis zweimal im Monat für maximal acht Stunden bietet der Förderkreis Betreuung durch eine Kinderkrankenschwester an. „In diesem Monat etwa nutzen wir das auch, weil meine Frau und ich parallel einen Termin haben”, sagt Posthoff.

„Arbeit bereichert mein Leben”

Wenn Schwester Hildegard Schmadalla-Bürvenich oder eine ihrer Kolleginnen kommt, haben die Eltern großes Vertrauen, wissen, dass ihr Sohn optimal versorgt ist. „Wir als Schwestern machen das ehrenamtlich. Ich mittlerweile auch schon seit 15 Jahren, seit Gründung des Vereins, und ich habe es nie bereut”, erzählt Hildegard Schmadalla-Bürvenich.

Die Arbeit bereichere ihr Leben, sagt sie. So wie auch der zweijährige Hektor das Leben seiner Eltern bereichert. Er ist eben einfach ein kleines Wunder, wie Frank Posthoff sagt. Und das kuschelt sich ganz vergnügt in Papas Arm.

Informationen gibt es beim Förderkreis schwerkranke Kinder in der Region Aachen, Pauwelsstraße 19, Aachen, 0241/9632330, Fax 0241/9632331 oder fsk@fsk-aachen.de per E-Mail. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet: Sparkasse Aachen, BLZ 39050000, Kontonummer 4254033.
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