Wetter verhagelt Carolus Thermen die Bilanz

Von: Robert Esser
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Zieht trotz Besucherschwund nach zehn Jahren eine sehr positive Bilanz: Thermen-Geschäftsführer Werner Schlösser. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ein heißes Eisen war das vor zehn Jahren. Ein offener Kamin in einer öffentlichen Therme. Das brachte die Behörden ins Schwitzen.

„Damals gab´s da für uns unter dem Eindruck des Düsseldorfer Flughafenbrands keine Baugenehmigung, das haben wir jetzt nachgeholt”, sagt Werner Schlösser, Geschäftsführer der Carolus Thermen, am Montag. Jetzt brennt der Kamin endlich in der Erdsauna.

Und man merkt dem Kur- und Badedirektor an, dass er auch fast exakt zehn Jahre nach der offiziellen Eröffnung am 9. Februar 2001 Feuer und Flamme für das damals - umgerechnet in Euro - 38 Millionen teure Gesamtprojekt ist.

Am Montag zählte man an der Passstraße den 3,8millionsten Thermen-Besucher. „Das entspricht einer Auslastung von 1055 Gästen pro Öffnungstag”, sagt Schlösser. „Wir haben damit in den vergangenen zehn Jahren die Badetradition unserer Stadt erfolgreich fortgeführt.” Kaiser- und Römerbad sowie der Badebereich des Quellenhofs entsprächen eher medizinischen Zwecken und seien schon allein aufgrund ihrer geringen Wasserfläche kaum mit den Carolus Thermen zu vergleichen, erklärt er.

Apropos Vergleich: Viele Wellnessfreunde zeigten der Thermalquelle zuletzt die kalte Schulter. Die Besucherzahlen waren 2010 so niedrig wie noch nie zuvor nach dem Eröffnungsjahr. Daraus macht Schlösser keinen Hehl. „Erst hat uns der ungewöhnlich heiße Juni, dann der frühe Wintereinbruch mit viel Schnee und Eis schwer getroffen.”

Im April fehlten 4600 Gäste im Jahresvergleich, im Dezember sogar über 5000. So genossen nur 353.077 Menschen einen Aufenthalt in dem Thermaltempel - fast 11.000 weniger als im Vorjahr und 54.000 weniger als im Rekordjahr 2002. „Aber wir streben die 400.000 Besucher pro Jahr auch gar nicht mehr an. Es war bei uns teilweise zu voll. 360 bis 380.000 glückliche Gäste reichen uns dicke.”

Doch er fügt hinzu: „Das ist hier kein Selbstläufer, man muss ständig etwas optimieren und auch neue Angebote schaffen.” So wird ein Masterplan 2015 auch Erweiterungsmöglichkeiten aufzeigen. 250 Quadratmeter unbebaute Grundstücksfläche stehen dafür noch zur Verfügung. Eine Ausweitung Richtung Kurpark oder eine Aufstockung ist jedoch ausgeschlossen.

Alles eine Frage des Geldes. Doch das fließt laut Schlösser üppig - zumindest fürs laufende Geschäft. „Mit einem Jahresnettoumsatz von mehr als 7,5 Millionen Euro gehören die Carolus Thermen seit zehn Jahren zu den umsatzstärksten und wirtschaftlich erfolgreichsten Bädern in Deutschland”, sagt der Geschäftsführer. Ihre Betriebs-, Personal- und Unterhaltungskosten finanzieren die Thermen Jahr für Jahr selbst. Der städtische Zuschuss, der von über drei Millionen Euro in 2001 auf 1,75 Millionen Euro in 2010 abgesenkt werden konnte, decke nur „einen Teil der Zinsbelastung für das ohne jegliche öffentliche Investitionszuschüsse realisierte Projekt”, heißt es.

Geld kosten regelmäßig größere Reparaturen und Umbauten. 2007 waren die Türen vier Wochen lang dicht, weil für rund zwei Millionen Euro unter anderem verfaulte Tropenholz-Balken in der Glasfassade ausgetauscht werden mussten. Damals umfasste der Maßnahmenkatalog 200 Punkte. Genauso wie für Juli 2011. Vom 4. bis zum 8. wird saniert. Das neue Mobiliar - Aluminium statt Weißplastik - ist übrigens schon pünktlich zum 10. Geburtstag eingetroffen.
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