Westbahnhof wird ab Samstag zwei Wochen nicht angefahren

Von: Thorsten Karbach
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Fährt demnächst ohne Bendbes
Fährt demnächst ohne Bendbesucher ab: Ab Samstag rauscht die Bahn am Haltepunkt „Aachen West” vorbei. Wegen Gleisarbeiten ist der für zwei Wochen gesperrt - und damit auch in der ersten Bendwoche. Dafür gibt es Kritik. Pendler müssen ohnehin auf Busse Foto: Andreas Steindl

Aachen. Tausende Menschen bremst die Deutsche Bahn ab Samstag täglich am Westbahnhof aus. Wegen Gleisarbeiten wird der Haltepunkt „Aachen West”, so die offizielle Bezeichnung, ab morgen, 17 Uhr, bis Freitag, 29. April, 19 Uhr, wegfallen, die Züge rauschen einfach vorbei.

Bahnreisende müssen dann am Aachener Hauptbahnhof oder am Haltepunkt Schanz einsteigen. Von dort verkehrt ein Pendelbus Richtung Westbahnhof. Der sogenannte Schienenersatzverkehr soll alle 15 Minuten vor dem alten Bahnhofsgebäude am Republikplatz halten.

Zu früh oder zu spät - ganz wie man will - ist die Bahn mit ihrer Baustelle aus Sicht der Stadt und des Eurogress. Denn am 23. April wird der Frühjahrsbend eröffnet und der veranstaltende Eurogress und die 125 Schausteller befürchten, dass insbesondere die Bendbesucher aus Herzogenrath und Kohlscheid durch die Gleisarbeiten ausgebremst werden. „Das wird den einen oder anderen ganz sicher abhalten”, befürchtet Beatrix Karlsberg vom Eurogress. „Aber da gibt es wohl ein grundsätzliches Kommunikationsproblem bei der Bahn.” Von der Sperrung des wichtigen Bahnhofes hat Beatrix Karlsberg aus der Aachener Zeitung erfahren.

Mehr als 150 Züge halten täglich an den beiden Gleisen in „Aachen West”. Der Wupper-Express RE 4 bringt die Menschen über Herzogenrath, Mönchengladbach, Neuss, Düsseldorf, Wuppertal und Hagen nach Dortmund. Die Euregiobahn RB 20 fährt Richtung Heerlen, Alsdorf, Herzogenrath in die eine und Stolberg, Eschweiler und Langerwehe in die andere Richtung. Die Rhein-Niers-Bahn RB 33 führt über Herzogenrath und Mönchengladbach nach Viersen, Krefeld und Duisburg. Hunderte Pendler steigen morgens in diese Züge, hunderte Studierende steigen aus. Und während des Bends haben insbesondere die Menschen aus dem Nordkreis die bequeme Anreise mit der Bahn schätzen gelernt.

Anderer Termin gewünscht

„Wir hätten uns gerne einen anderen Termin gewünscht, aber wir haben da nun mal wenig Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen”, kommentiert Axel Costard vom Presseamt der Stadt Aachen die Sperrung des Bahnhofes. Und ob die rund 300 Menschen, die abseits des Berufsverkehrs am Nachmittag in die Euregiobahn stiegen, in einen Shuttle-Bus passen, ist fraglich. „Wenn diese Busverbindung gut ist, wird es hoffentlich nicht ganz so schlimm. Aber ich sehe das schon problematisch”, sagt Karlsberg. Rund 300.000 Besucher werden von den Veranstaltern auf dem Öcher Bend erwartet.

Die ersten Buden für den Bend (bis zum 2. Mai täglich ab 14 Uhr) sind bereits vorgefahren. Die Bedeutung des Volksfestes und die Auswirkungen auf den Verkehr rund um die Kühlwetterstraße kennt Gerhard Felser, Pressesprecher der Deutschen Bahn nicht. Felser sagt stattdessen: „Wir müssen immer irgendwo bauen. In den Ferien fahren weniger Leute. Wir können nicht alles einplanen.” Und die Bahn müsse jährlich 3000 Gleisarbeiten koordinieren. Da kann der Öcher Bend nicht den Fahrplan bestimmen.

Und so werden bis zum 29. April die beiden Gleise erneuert. Schienen, Schwellen und Schotter werden ersetzt, das ist alle 20 Jahre notwendig. Und in der Tat sind die Holzschwellen in die Jahre gekommen, der Schotter ist mittlerweile eine kleine Müllhalde. Weniger sprichwörtlicher Schotter in der Kasse der Schausteller gibt hier nicht die Geschwindigkeit der Baumaßnahme vor. „Wir arbeiten mit der nötigen Routine und Konzentration”, sagt Bahnsprecher Felser.

Überall am Bahnhof sind nun Hinweisschilder und Busfahrpläne angebracht worden. Unübersehbar kündigt die Deutsche Bahn den Reisenden die Sperrung an. Weitere Informationen gibt es unter www.bahn.de/bauarbeiten im Internet, vor Ort werden Lautsprecherdurchsagen angekündigt. Gute Nachrichten für Pendler, Studierende und vor allem Bend-Verantwortliche und -besucher klingen anders.

Einfacher Haltepunkt: Der Bahnhof „Aachen West” besteht aus einem Bahnsteig mit jeweils einem Gleis in jede Fahrtrichtung. Das wird sich auch nicht ändern.

In die Jahre gekommen: Alle 20 Jahre erneuert die Bahn Gleise, Schienen und Schwellen. 3000 solcher Baumaßnahmen gibt es bundesweit im Jahr.

Bushaltestelle eingerichtet: Ab Republikplatz fährt der sogenannte Schienenersatzverkehr zur Schanz und zum Hauptbahnhof - für Pendler im 15-Minuten-Takt. Keine Pläne für den Campus-Bahnhof

Die Deutsche Bahn unterscheidet ihre Bahnhöfe in fünf Kategorien. Der Aachener Hauptbahnhof ist demnach Kategorie 1, der Bahnhof „Aachen West” in der niedrigsten Kategorie 5 - ein „einfacher Haltepunkt” mit einem Bahnsteig.

Ausbaupläne gibt es für „Aachen West” nach Angaben von Bahnsprecher Gerhard Felser aktuell keine, und bis 2016 sind auch keine weiteren Baumaßnahmen vorgesehen. Ein Ausbau steht nicht an.

Der unmittelbar umdie Gleisanlagen entstehende RWTH-Campus Westbahnhof spielt für den Haltepunkt bislang keine Rolle.

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