„West K. Pelle” gibt beim Strunx den Ton an

Von: Thorsten Karbach
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Eine runde Sache für die Musi
Eine runde Sache für die Musik-Profis: In den letzten Proben wird das Programm für eine Stunde Tanzmusik nach der Sitzung einstudiert.

Aachen. Strunx hin, Strunx her. „Total ejal” lautet das musikalische Motto dieser acht Könner jedenfalls nicht. Wenn die alternativen Karnevalisten am Freitag um 20 Uhr wieder ihr bizarres Bühnenunwesen treiben, dann wird die „West K. Pelle” (sprich „Westkapelle”) einmal mehr für den garantiert guten Ton sorgen.

Doch bevor es in der Kappertz-Hölle so richtig heiß her geht, muss geprobt werden. Nachdem wochenlang der Klang für den Kult, sprich die Begleitung der Strunx-Scherze einstudiert wurde, feilen die Musiker nun an ihrem einstündigen Nachschlag. Denn es ist gute Sitte, dass die „West K. Pelle” nach der Sitzung mit Pop, Rock und Disco-Klassikern zum Tanz aufspielt. Zehn neue Songs sollen es werden.

An acht Abenden wird die „West K. Pelle” im Aachener Osten zum Tanz bitten. „Auf die leichte Schulter nehmen wir das ganz bestimmt nicht”, sagt Bassist Heiko Wätjen. Nein, total ejal ist ihnen ganz bestimmt nicht, was am Ende (aus den Boxen) herauskommt. „Wir wollen immer gleich gut sein.” Wätjen ist seit sechs Jahren als Bassist Teil der „West K. Pelle”.

Er wurde von seinem Vorgänger gefragt, ob er mitspielen wolle. Und so können alle acht Musiker ihre kleine Geschichte erzählen, wie sie in der „West K. Pelle” strandeten. Andy Reinard etwa wurde durch eine Zeitungsannonce aufmerksam. Gesucht wurde ein Musiker für die Band, die damals noch „Sport im Westen” hieß. Im Zuge einer windigen „Wattenmeer”-Nummer wurde aus ihr die „West K. Pelle”.

Stürmischen Applaus gab die ideenreiche Interpretation von „Verdammt lang her”, und die Band firmierte fortan unter neuem Namen. Und zählte nach und nach ein paar neue Gesichter. Das von Schlagzeuger Aram Schneider beispielsweise, der eigentlich nur ein Jahr einspringen sollte. Oder von Saxophonist Manfred Cogel. Oder von Sängerin Heike Nebel. Oder von Gitarrist Klaus Dalluhn, dessen Vermieter ihn zur „West K. Pelle” lockte. Als Nachbar hatte der zwangsläufig hören dürfen, wie unerhört gut Dalluhn Gitarre spielt, und gewann ihn als Nachfolger an den Strunx-Saiten.

Als Strunx-Karnevalist ist keiner bislang in Erscheinung getreten. Und der Fastelovvend rauschte sonst auch in der Regel an ihren musikalischen Meriten vorbei - allein Trompeter Claus Thormählen spielt unter anderem mit dem AKV-Soundexpress. „Eigentlich spielen wir beim Strunx auch fast keine Karnevalsmusik. Da ist nichts mit Einmarsch, Ausmarsch und Tusch”, sagt Keyboarder Joonas Lorenz. Und das sei auch gut so.

Das, was sie letztlich spielen, reicht dafür von Frank Sinatra bis zu Techno. Im letzten Jahr „quälten” sie sich durch ein Volksmusikmedley. „Blasmusik ohne Blaskapelle ist eben schwierig”, sagt Cogel. Aber nicht zu schwierig für die „West K. Pelle”.

Und diesmal? „Die meistgestellte Frage an uns lautet: Wie wird die Sitzung? Aber auch wir wissen das erst nach der Premiere”, sagt Reinard. Nur eines weiß die Band. Zum furiosen Finale ihrer Tanzmusik wird die alte „Wattenmeer”-Nummer Wellen schlagen. Das hat Tradition. Da muss auch Wätjen mit seinen Prinzipien brechen, denn eigentlich weigert er sich, „Verdammt lang her” zu intonieren. Total ejal, wenn der Strunx ruft. Zumindest das.
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