Aachen - Wertvolle Hilfe auf dem Weg ins Studium

Wertvolle Hilfe auf dem Weg ins Studium

Von: Angelina Borger
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Guter Studienstart im Ingenieurbereich: FH und RWTH Aachen bieten dazu ein Orientierungssemester an. In diesem Rahmen gab es jetzt eine „Role Model Runde“, bei der ABsolventen von ihren Werdegängen erzählten. AZ-Redakteur Robert Esser moderierte. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Später einmal Ingenieurin oder Ingenieur zu werden, das wär’ schon was. Doch Fragen wie „Fachhochschule oder Universität?“ und „Welcher Studiengang passt zu mir?“ beschäftigen nicht wenige angehende Studenten. Antworten bietet das Kooperationsprojekt „Guter Studienstart im Ingenieurbereich“ von FH und RWTH Aachen mit seinem „Orientierungssemester“.

Das vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW im Förderwettbewerb 2014 ausgezeichnete Angebot soll angehenden Studenten bei der Entscheidung helfen. Dafür erhalten die Teilnehmer des Orientierungssemesters die Möglichkeit, vor Beginn des regulären Studiums realistische Einblicke in verschiedene ingenieurwissenschaftliche Studiengänge der beiden Hochschulen. Dazu konnten sowohl reguläre Module aus den jeweiligen Fächern als auch genau auf das Projekt zugeschnittene Veranstaltungen besucht werden.

Was macht ein Ingenieur?

Joseph Rosenkranz, Prorektor der FH Aachen, lobte die Chance für angehende Studenten: „Wir mussten früher direkt loslegen und konnten erst nach einiger Zeit entscheiden: Ist der Studiengang überhaupt etwas für mich?“ Umso mehr freute er sich, dass sich auch dieses Jahr wieder so viele Teilnehmer in der FH-Aula versammelt hatten, um eine weitere abstrakte Frage zu klären: Was macht so ein Ingenieur überhaupt?

Dafür wurde extra eine „Role Model Runde“ unter Moderation von AZ-Redakteur Robert Esser einberufen, bei der acht Sprecher aus Forschung und Wirtschaft, allesamt Absolventen der FH oder RWTH, über ihren Werdegang und ihre aktuelle Tätigkeit berichteten, um so eine Inspiration für den Weg ins Berufsleben zu geben.

Für Sabrina Lange ist eins klar: In diesem Beruf steht einem die Welt offen. Die junge Ingenieurin wusste bereits während der Schulzeit, wo es für sie hingehen sollte. Nach dem Abitur studierte sie Maschinenbau an der RWTH und in Peking und absolvierte zusätzlich einen Master of Administration. 2010 startete sie bei Saint-Gobain als Trainee, war in Berlin und Schweden tätig, hatte verschiedene Funktionen im Bereich Qualität inne und führt mit gerade einmal 33 Jahren aktuell die Abteilung für Forschung und Entwicklung.

Dass es nicht immer der gerade Weg sein muss, zeigt der Werdegang von Stefan Mosbach. Als ehemaliger Hauptschüler machte er zunächst eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Doch das Schrauben an Autos genügte ihm nach kurzer Zeit nicht mehr und er entschied sich, sein Fachabitur nachzuholen, um anschließend ein Maschinenbau-Studium an der FH Aachen zu absolvieren.

Aktuell ist er als Entwicklungsingenieur bei der Ingeneric GmbH Aachen in der Anlagen- und Prozessentwicklung tätig. „Nicht jeder weiß sofort, was er will. Manchmal muss man auch erst einen Umweg gehen, bevor man das Richtige für sich findet“, befand er jetzt. „Deshalb ist so ein Orientierungssemester Gold wert.“

Und Oliver Möller erzählte: „Ich wusste erst überhaupt nicht, was ich machen wollte. Auch wenn ich sehr an Naturwissenschaften interessiert war, waren meine Noten in Mathe nicht gerade gut.“ Er entschied sich für Elektrotechnik an der RWTH und startete 2002 bei der „p3 Group“, damals noch ein sogenanntes Start-Up-Unternehmen, als einer von 16 Ingenieuren.

Nach kurzer Zeit übernahm er eine Teamleitung im Qualitäts- und Krisenmanagement und entwickelte sich durch die permanente Übernahme neuer Aufgaben zum internationalen Berater und Projektmanager. Sein Credo: „An meinem Beispiel sieht man, dass Studiengänge wie Elektrotechnik keinesfalls auf einen Fachbereich festgelegt sind. Wenn man etwas will, kommt man auch dahin.“

Am Ende gab es außerdem noch den wertvollen Tipp, sich unbedingt um Praktika zu kümmern und einen Studentenjob in dem Bereich, der einen interessiert, zu suchen.

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