Aachen - Wer zahlt Abschleppen vor Schneelawinen?

Wer zahlt Abschleppen vor Schneelawinen?

Von: Robert Esser, Sarah Sillius und Stephan Mohne
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Erst abschleppen, dann räumen: An der Kasinostraße musste die Feuerwehr gestern das Dach des alten Bunkers vom Schnee befreien. Zwei Autos standen dabei im Weg und wurden ebenfalls „geräumt”. Wer dafür zahlen muss, ist allerdings strittig. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Spektakulärer Feuerwehreinsatz an der Kasinostraße: Auf dem Hochbunker in der Nähe des Hauptbahnhofs hatten sich Schneebretter gebildet, die aufgrund leichten Tauwetters vom Dach zu stürzen drohten. Die Brandwehr - in diesen Tagen offenbar in Aachen für alles vom Großfeuer bis zum Eisregen zuständig - reagierte direkt.

Per Drehleiter wurde ein Feuerwehrmann bis an die Dachkante gehievt, der dann in mühevoller Schaufelarbeit die gefährlichen Schneebretter abschlug. Diese landeten mit großem Getöse auf dem Bürgersteig (der natürlich mit rot-weißem Flatterband abgesperrt war) und einigen Parkplätzen.

Die ließen die Behörden unter polizeilicher Aufsicht vor dem Einsatz räumen. Gleich mehrere Abschleppfahrzeuge wurden angefordert. Als eine just in diesem Moment an ihrem - regelgerecht - geparkten Fahrzeug eintreffende Aachenerin ihr Auto vor den Augen des Abschleppdienstes wegfahren wollte, forderte dieser zunächst Anfahrtsgebühren ein.

Die Fahrerin lächelte milde, schüttelte den Kopf und gab Fersengeld. Ein Polizist erläuterte derweil vor Ort, dass für derlei Abschleppkosten nicht etwa der Autofahrer, sondern der Hauseigentümer - in diesem Bunkerfall also die Stadt Aachen - zur Kasse gebeten würde. Schließlich geht die Gefahr ja nicht vom Auto, sondern vom schneebedeckten Dach des Gebäudes aus. Und für dieses sollten Hauseigentümer genauso verantwortlich sein wie für den - vom Schnee geräumten - Gehweg vor der Hausfassade, möchte man meinen.

„Hängt vom Einzelfall ab”

Doch so einfach scheint die Stadt die Rechtslage nicht zu sehen. Eine entsprechende Anfrage der Aachener Zeitung will das Rechtsamt zeitnah ganz präzise beantworten. „Es hängt jeweils vom Einzelfall ab”, hieß es vorab in einer ersten Einschätzung.

Denn diese Kostenfrage ist angesichts der vielen Häuser, vor denen in Aachen zwar wegen Schneelawinen die Bürgersteige abgesperrt sind, die Autoparkplätze aber besetzt sind, von weitreichender Bedeutung.

Und es war denn auch - ohne Abschleppen - bei weitem nicht der einzige Einsatz der Feuerwehr am Montag in Sachen „Schneebretter”. Im Laufe des Tages kam die Feuerwehr mehrfach derart zum Einsatz. So an der Stephan- und der Kasinostraße. Die Feuerwehr kommt allerdings nur, wenn „Gefahr in Verzug” ist. Ansonsten ist das Ordnungsamt im Boot, das die Hauseigentümer zur Dachräumung anhalten soll. Räumt die Feuerwehr, weil der Eigentümer nicht greifbar ist, kostet das Gebühren. Um die 300 Euro sind dann fällig. Die Abschleppkosten werden Behörden und Autobesitzer indes noch beschäftigen.

Abschleppgebühr - wie hoch in Aachen?

Wer falsch parkt und wessen Auto daraufhin abgeschleppt wird, der hat in der Regel mit einer Gebühr von 129 Euro in Aachen zu rechnen. Es gibt keinen bundeseinheitlichen Preis.

Wenn das Abschleppunternehmen außerhalb der Geschäftszeiten anrücken muss, kann es noch einen Aufschlag geben und der Preis bis auf 167 Euro ansteigen.

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