Aachen - Wer selbst saubermacht, lässt keinen Müll liegen

Wer selbst saubermacht, lässt keinen Müll liegen

Von: Daniel Gerhards
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Bereit für den Putz: Dr. Detlef Malinkewitz, Wilhelm Schillings, OB Marcel Philipp und Dieter Lennartz (v.l.) greifen zum Besen. Foto: A. Hermann

Aachen. Elf Tonnen Müll haben sie im vergangenen Jahr gesammelt. Und das alles freiwillig, an einem Samstag. Vereine, Schulen, Kindergärten und viele einzelne Personen haben beim Frühjahrsputz kräftig in die Hände gespuckt. OB Marcel Philipp hofft, dass sich am 23. März möglichst viele Aachener an der dritten Auflage der Aktion beteiligen.

Ziel ist, das Bewusstsein für die Sauberkeit der Stadt zu erhöhen und damit dafür zu sorgen, dass es auch sauberer wird. „Sauberkeit ist die Visitenkarte einer Stadt“, sagt Philipp. Das sei einerseits wichtig, um Besucher anzuziehen. Zudem sei es „schön für die Öcher, in einer sauberen Stadt zu leben“. Wichtig ist für Philipp, langfristig zu denken, sonst könne es nicht zu einer Bewusstseinsänderung kommen. Also: Jeder soll künftig besser darüber nachdenken, ob er eine kleine Verpackung auf den Boden wirft oder gleich ausgediente Haushaltsgeräte „wild“ entsorgt. Und wer selber mal eine öffentliche Grünanlage sauber gemacht hat, der lässt dort sicher keinen Unrat liegen.

Wichtig sei der Verwaltung auch, Kinder und Jugendliche für das Thema zu gewinnen, sagt Dr. Detlef Malinkewitz, Projektkoordinator bei der Stadt. „Es hat uns sehr gefreut, dass die Schulen auch begleitend im Unterricht darüber gesprochen haben, wie man Müll vermeiden kann oder wie man ihn richtig entsorgt“, sagt er.

Zwar könne man „nicht messen“, ob die Aachener durch die Aktionen in den vergangenen Jahren bereits mehr auf die Sauberkeit ihrer Umgebung achten. Aber: „Wir merken sehr, dass es den Leuten wichtig ist, dass wir das Thema dauerhaft besetzen“, sagt Philipp.

Soviel ist allerdings auch klar: Es gibt Stellen in Aachen, an denen es meistens dreckig ist. Der Stadtbetrieb hat 30 solche Stellen ausgemacht. „An diesen Schmuddelecken sieht man schon nach wenigen Stunden nicht mehr, dass wir saubergemacht haben“, sagt Dieter Lennartz, Abteilungsleiter beim Aachener Stadtbetrieb. Insgesamt gebe es 85 Kehrmännchen, die wöchentlich 450 Kilometer Gehweg reinigen. Dazu werden 700 Kilometer Straße pro Woche gesäubert. Philipp betont, dass der Frühjahrsputz ausdrücklich keine Kritik an der Arbeit des Stadtbetriebs ist.

Trotz allen Aufräumens liegt beispielsweise rund um Altglascontainer jede Menge achtlos zurückgelassener Müll. „Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Leute denken, das ist eine Außenstelle des Stadtbetriebs, an der man den Müll einfach ablegen kann“, sagt Lennartz. Im Ostviertel, in Burtscheid oder an der Jülicher Straße gebe es Stellen, an denen die Stadt häufig aufräumen muss. Eine Million Euro kostet es die Stadt pro Jahr, den wilden Müll wegzuräumen.

Auch die Aachener Geschäftsleute unterstützen die Aktion. Jeder, der sich am großen Reinemachen beteiligt, bekommt vom Märkte und Aktionskreis City (MAC) eine Teilnehmerkarte. Wer diese nach getaner Arbeit abgibt, nimmt an einer Verlosung am verkaufsoffenen Sonntag, 7. April, teil. „Das ist unser Dankeschön, wir sehen uns als Geschäftsleute in der Pflicht“, sagt MAC-Vorsitzender Wilhelm Schillings.

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