Wenn‘s um die Wurst geht, backen Kölner in Aachen kleine Brötchen

Von: Robert Esser
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„Culux“: Die Kette aus Köln traf am Markt nicht den Geschmack der Aachener. Jetzt wird ein neuer Mieter gesucht. Foto: Andreas Steindl
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„Hanswurst“: Geschäftsführer Boris Bongers und Marketingchefin Anja Stevens planen weitere Lokale in Deutschland. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Über ein Jahr lang ging‘s buchstäblich um die Wurst. Jetzt ist die Sache gegessen: Aachens erstes Wurstrestaurant „Culux“ bleibt endgültig dicht, Mitbewerber „Hanswurst“ hingegen bleibt und expandiert.

Schon seit Oktober war das „Culux“-Geschäftslokal – vorübergehend – geschlossen, jetzt läuft der Mietvertrag aus, Systemgastronom Darren Cahill musste die Notbremse ziehen. „Es hat leider nicht so funktioniert wie in Frankfurt und Köln“, erklärt er. Zu wenige Gäste, zu geringe Umsätze, zu viel Konkurrenz.

„In Aachen sind die Leute offenbar nicht bereit, für Qualität etwas mehr Geld auszugeben“, zeigt sich der Wurst-Fachmann enttäuscht. Gegen Döner, Pizza und Pommes zu Dumping-Preisen habe sich „Culux“ in der Studentenstadt am Dreiländereck – anders als in der Rhein-Metropole – nicht durchsetzen können.

Dabei seien die Mieten in Aachen selbst in einer so exponierten Lage wie am Rathaus mit 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter durchaus erschwinglich. „Daran lag‘s nicht. In Köln zahlen wir am Rudolfplatz viel, viel mehr – und es rechnet sich“, sagt Cahill. Sein Konzept mit 25 Wurstsorten, Pommes Frites und 16 Soßen – darunter eine ultrascharfe Variante mit über 600.000 Scoville, die nur an Erwachsene verkauft werden durfte – ließ die Kaiserstadt kalt.

Heißer Kandidat für die Krönung des erfolgreichsten Wurst-restaurants ist somit „Hanswurst“ am Münsterplatz. Geschäftsführer Boris Bongers hatte das reinrassige Wurstrestaurant – zwei Monate nach „Culux“ – im November 2012 eröffnet. Bis zu 1000 Würste gehen im Schatten des Doms pro Tag über die Theke. „Unsere Kombination von Wurstschalter und urigem Restaurant mit der ,Hanswurst‘ nach eigener Rezeptur bis zu lokalen Spezialitäten aus Aachener Fleischereien geht auf“, freut sich Marketingchefin Anja Stevens. Doch auch sie stellt fest: „Der Anteil unserer Gäste aus dem Ausland, aber auch deutscher Touristen, ist spürbar größer als die Kundschaft aus Aachen selbst.“ Möglicherweise könne sich eben noch nicht jeder mit dem urbanen Selbstbedienungskonzept im Restaurant anfreunden, heißt es. „Wir würden uns natürlich sehr über noch mehr Aachener Gäste freuen“, betont Stevens.

Anders als die „Culux“-Idee wurde „Hanswurst“ in Aachen geboren. Von hier soll nun ganz Deutschland auf den Geschmack kommen. Schon in diesem Jahr ist die Eröffnung weiterer „Hanswurst“-Standorte geplant – etwa in Köln, Trier und München. Von wegen: „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.“ Davon kann nur „Culux“ ein Liedchen singen.

Die „Hanswurst“-Macher denken zudem über mobile Würstchenwagen für Fußgängerzonen und neue Wurstschalter in Aachen nach. Wo man sich niederlässt, ist noch offen. Dass der Hansemannplatz zentraler Wurst-Treff wird, soll aber nur ein Gerücht sein.

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