Wenn ein Baby Angst macht

Von: Sebastian Dreher
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Aachen. Die Schülerin, die von ihrem ebenfalls minderjährigen Freund schwanger ist, die Frau über 40, die ihre Familienplanung eigentlich schon abgeschlossen hatte oder die Migrantin aus Nigeria, die mit ihrer einjährigen Tochter im Asylbewerberheim wohnt - jede Frau kann sich „Rat und Hilfe” bei der Schwangerschaftsberatung der Katholischen Kirche holen.

Die Beratungsstelle zeigt Frauen Wege auf, um die ungewisse Zukunft in der neuen Lebenssituation zu meistern.

Die Mitarbeiterinnen unterstützen Frauen bei Amtsgängen, begleiten sie beim Arztbesuch und vermitteln Sachspenden. Auch die Vermittlung der Ratsuchenden an andere Stellen gehört zu den Maßnahmen, mit denen die fünf Beraterinnen an der Reumontstraße Frauen zur Seite stehen.

„Wir arbeiten eng mit Frauenhäusern, aber auch dem Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen oder dem Verein Frauen helfen Frauen zusammen”, sagt Britta Harkebusch, Leiterin der von der Caritas getragenen Schwangerschaftsberatung.

Viele Frauen haben Angst, dass sie aufgrund der Schwangerschaft ihren Job verlieren. „Gerade die in der Leih- und Zeitarbeit beschäftigten Frauen sind verängstigt”, sagt Harkebusch. Bei der Beratung werden sie genau informiert, welche Rechte sie haben. Ihnen wird erklärt, dass sie in Mutterschutz gehen und Elternzeit beantragen dürfen.

Sitzen Schreck und Freude über die neue Situation noch nah beieinander, sind die Frauen sehr beeinflussbar. „Es kommt vor, dass sich Ärzte nicht bewusst sind, was sie anrichten, wenn sie ihre Patientinnen nicht ausreichend beraten”, sagt Harkebusch.

„Die Frauen müssen sich zu 100 Prozent darüber bewusst werden, was sie wollen.” Das ist vor allem wichtig, wenn sich bei der pränatalen Diagnostik herausgestellt hat, dass das Baby möglicherweise behindert ist. „Sollten sich die Frauen für ihr behindertes Kind entscheiden, können wir sie schon mit den Möglichkeiten der Förderung vertraut machen”, erklärt Harkebusch. „Die Frühförderung der Lebenshilfe etwa oder der Förderkreis Schwerkranke Kinder.”

Seit 30 Jahren hilft „Rat und Hilfe” vielen Frauen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Beratungsstelle betreut diese bis zum dritten Lebensjahr des Kindes. „Unsere Arbeit ist nötiger denn je”, sagt die Leiterin. „Wir beobachten, dass es immer weniger Zusammenhalt in den Familien gibt, dass immer mehr Frauen auf sich alleine gestellt sind.”

Den mit einer ungewollten Schwangerschaft oftmals einhergehenden finanziellen Schwierigkeiten versucht die Beratungsstelle mit der „Weihnachtsaktion 2010” entgegen zu wirken. Um den Familien ein schönes Weihnachtsfest zu ermöglichen, werden Sach- und Geldspenden gesammelt.

Weihnachtsaktion für „Rat und Hilfe”

Mit einer Sach- oder Geldspende können sich Bürgerinnen und Bürger an der „Weihnachtsaktion 2010” der Schwangerschaftsberatung der Katholischen Kirche beteiligen. „Rat und Hilfe”, Reumontstraße 7a, 52064 Aachen, 479870. Spendenkonto: Stichwort „Weihnachtsaktion 2010”, Sparkasse Aachen, BLZ 39050000, Konto: 40 33 221.

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