Wenn die Zelle zum Büro wird

Von: Andre Schaefer
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Eingeweiht: Zahlreiche Unternehmen sind in die Karmeliterhöfe eingezogen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Man stelle sich einmal folgendes Szenario vor: Ein Unternehmer entschließt sich, mit seiner Firma in Aachen ansässig zu werden und plant seine Büroräume mitten in einem alten Gefängnistrakt. Was auf dem ersten Blick so unvorstellbar erscheint, ist an der Kameliterstraße seit einiger Zeit Wirklichkeit.

Denn mit der Umgestaltung des alten Polizeipräsidiums hin zu den neuen Kameliterhöfen hat man sich bei der Entstehung von stilvollen Büroflächen auf die Historie des Gebäudes berufen. Dort, wo noch vor wenigen Jahren Straftäter in Untersuchungshaft saßen, haben nun zahlreiche Unternehmen aus ganz Deutschland ihren Sitz gefunden.

Angefangen hat alles in den Jahren von 1907 bis 1910, als an der Ecke Kameliterstraße/Kasernenstraße der Sitz des Polizeipräsidiums sowie des Verwaltungsgerichts Aachen errichtet wurde.

Als das Polizeipräsidium knapp 90 Jahre später den Umzug ins Mariental plante, entstand durch die Partner der AMW Projekt GmbH sowie der Landmarken AG unter Federführung von Norbert Hermanns die Idee eines stilvollen Gebäudes für Büroflächen.

Gesagt, getan und so begann man bereits im Winter 2008 mit dem Bau und der Umgestaltung - und das mit klaren Vorstellungen: „Unser Ziel war es von Beginn an, ein Gebäude zu entwerfen, das sowohl seine Tradition beibehält als auch die Zukunft ins Visier nimmt. Dabei war es uns wichtig, nicht einfach nur neu zu streichen, sondern eine echte Marke zu kreieren.

Der Erhalt des originalen Gefängnistrakts ist da nur ein Beispiel, das sicher dazu beiträgt”, sagt Projektleiter Jens Kreiterling. Dass es sich um eine echte Marke handelt, davon konnten sich die Besucher bei der offiziellen Einweihung der Kameliterhöfe überzeugen, unter ihnen auch Oberbürgermeister Marcel Phillip: „Die Kameliterhöfe sind ein gelungenes Projekt, über das wir uns in Aachen sehr freuen. Es verbindet zwei Merkmale der Stadt, nämlich die Zukunft mit ihrer fortschreitenden Technologie und der Bezug zur Historie.”

Bereits vor Fertigstellung der 7000 Quadratmeter großen Fläche konnte man einen Vermietungserfolg von 60 Prozent erzielen. Einer der zufriedenen Unternehmer ist Andera Gadeib, die sich mit ihrer Online-Marktforschungsfirma für den neuen Standort entschieden hat.

„Dieses wirklich stilvolle Gebäude kommt uns sogar insofern entgegen, als dass schon viele unserer Kunden bei Geschäftsgesprächen um eine Blanko-Bewerbung gebeten hatten, alleine, um in den Büroflächen der Kameliterhöfe arbeiten zu können”, erzählt Gadeib.

Die Kulturaffinität haben sich die Projektleiter bei der Gestaltung des Gebäudes übrigens auch noch auf die Fahne geschrieben und so sind die ersten Kunstauktionen bereits geplant: „Wir wollten hiermit ebenfalls einen außergewöhnlichen Rahmen für Kultur schaffen. Ich denke, das ist uns gut gelungen”, sagt Jens Kreiterling.
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