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Wenn die Trauer kommt, braucht man einen Halt

Von: Tim Habicht
Letzte Aktualisierung:
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Wenn die Trauer wieder hochkommt: (von links) Dr. Daniela Schartmann-Unrath, Professor Frank Elsner, Adelheid Schönhofer-Iyassu, Maria Pirch und Susi Wergen organisieren das Angebot „diesseits 20plus“ für Studierende und junge Erwachsene. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wenn ein geliebter Mensch aus der Familie stirbt, fühlt man sich traurig, besorgt oder auch wütend. Man fühlt sich alleingelassen, antriebslos und verspürt vielleicht sogar Schuldgefühle. Es ist oft nicht leicht, mit der Trauer und diesen Gefühlen umzugehen. Vor allem, wenn man gerade in eine neue Stadt gezogen ist.

Dort einen neuen Lebensabschnitt beginnen möchte und plötzlich wieder an die Trauer erinnert wird. Speziell für diese Menschen haben die Malteser und die Pfarre Franziska von Aachen ein Trauerangebot eingerichtet: „diesseits 20plus“.

„Wir haben vor zwei Jahren mit der offenen Trauerarbeit für Kinder begonnen und immer wieder festgestellt, dass vor allem junge Erwachsene, die neu verortet sind durch einen Umzug, große Nachfrage äußern. Deswegen haben wir dieses trägerübergreifende Projekt ins Leben gerufen“, äußert sich Adelheid Schönhofer-Iyassu, Leiterin Hospiz der Malteser und als Hauptamtliche im Projekt „diesseits 20plus“ involviert.

Schönhofer-Iyassu ist eine von zwei Hauptamtlichen, die für das Projekt arbeiten. Dazu kommen noch fünf ehrenamtliche Helfer und Betreuer, die speziell von den Bildungswerken Aachen ausgebildet sind. Und die zweite Hauptamtliche Maria Pirch von der Pfarre Franziska von Aachen: „Viele Studierende sind in der neuen Stadt erstmal auf sich alleine gestellt. Da kann es schon sein, dass die ganze Trauer wieder hochkommt. Der Austausch mit Menschen, die im gleichen Alter sind und das Gleiche erlebt haben, ist für sie besonders wichtig.“

In einer Gruppe von zehn Teilnehmern werden ab dem 19. März Gruppengespräche stattfinden. Insgesamt acht Treffen finden vierzehntägig im „Kreuzpunkt“ in der Pontstraße statt. „Neben den Gesprächen wird es einen breiten Raum zum Austausch und für kreative Ideen und Methoden geben“, fügt Pirch hinzu.

Das Konzept wurde gemeinsam mit Dr. Daniela Schartmann-Unrath, Diplom Psychologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik für Palliativmedizin der RWTH, entwickelt. Schartmann-Unrath hat bei ihren Seminaren bereits Erfahrung mit jungen Erwachsenen gemacht, bei denen die Trauer plötzlich erneut hervorbricht: „Ich kann dann aber nur temporär eingreifen und helfen. Es ist toll, dass es so ein kompetentes Team wie das von ‚diesseits 20plus‘ gibt, die diese jungen Erwachsenen unterstützen und begleiten können.“

Anmelden kann sich jeder junge Erwachsene, der um den Verlust eines geliebten Menschen trauert und nicht mehr weiter weiß. Dabei sollte der Trauerfall im besten Fall bereits sechs bis zwölf Monate zurück liegen. Anmeldungen können per Telefon bei Maria Pirch (0176-20614530) oder E-Mail an info@diesseits-aachen.de erfolgen. In einem Vorgespräch unter vier Augen mit der Psychologin Dr. Daniela Schartmann-Unrath wird der Trauerfall und das Problem besprochen. Dann wird entschieden, ob „diesseits 20plus“ das richtige Angebot in diesem individuellen Fall ist.

Wichtig hierbei: Es wird niemand abgewiesen. Falls „diesseits 20plus“ nicht passend ist, wird ein anderes Angebot gefunden.

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