Wenn die Schwerkraft Urlaub macht

Von: Alexander Barth
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Hier wird Oma zur Artistin: Der weltweit gefeierte US-Clown Barry Lubin alias „Grandma“ ist einer der Stars beim Aachener Weihnachtszirkus. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Einen Tag vor der Premiere regiert bei den Protagonisten des „Circus Festival Aachen“ professionelle Betriebsamkeit: Keine Hektik bei den letzten Aufbauarbeiten unter der 21 Meter hohen Kuppel auf dem Bendplatz, wo von Freitag an bis zum 6. Januar insgesamt 28 Vorstellungen mit 40 Artisten und Künstlern über die Bühne gehen.

Zuschauerränge, Licht, Aufbauten für die Artisten – alles ist zeitig fertig am Donnerstagmittag. In der Manege läuft einer der letzten Probedurchgänge. Das „Todesrad“, in dem der Schweizer Freddy Nock Abend für Abend Atemberaubendes vollbringen wird, entschwebt per Kettenzug unter das Zirkusdach. Hinter dem Vorhang wird es derweil eng: Zwei „Zelte im Zelt“ sind als Schminkstation und Garderobe aufgestellt. Künstler und Requisiteure kramen im Fundus der Kostüme. Der weitgereiste US-Clown Barry „Grandma“ Lubin und Hundedresseur Leonid Beljakov bereiten sich hier ebenso vor wie dessen tierische Stars.

Der Materialaufwand ist vor der Premiere kaum zu übersehen. Motorräder, eine riesige Kugel aus Metallstreben: Für Zirkusfans ein weiterer deutlicher Hinweis auf Extremartist Freddy Nock.

Er ist übrigens der einzige Künstler, der schon im Vorjahr bei der Premiere des „Circus Festival“ das Aachener Publikum begeistern durfte. „Ansonsten gibt es hier ein völlig neues Programm“, erklärt Sprecher Sascha Freudrich. „Wir überraschen die Leute zum Fest mit hochkarätigen Akteuren aus der ganzen Welt.“ So laute der Anspruch, sagt Freudrich, immer wieder aufs Neue.

Mittendrin wuselt einer, für den das Leben im Dunstkreis der Manege noch ziemlich neu ist. „Für mich geht hier ein Traum in Erfüllung“, sagt Jimmy Kresic. Er ist als musikalischer Leiter für den richtigen Sound verantwortlich, setzt die Nummern mit Live-Musik, Synthesizern und DJ-Elementen in hörbare Szene. „Als Kind habe ich schon für Zirkus geschwärmt, und jetzt bin ich Teil der Manegen-Familie“, erzählt ein ziemlich zufrieden dreinblickender Mann, der ansonsten mit etablierten Rockbands wie Toto oder Foreigner arbeitet und Filmmusik schreibt. „Im Zirkus läuft das ganz ähnlich: Spannung aufbauen, sich an der Szene orientieren und sie bis zum Finale begleiten. Eine spannende Sache.“

Mittlerweile herrscht wieder mächtig Bewegung in der Manege. Das kanadische Trio „Acrobatic Catwall“ bereitet sich auf sein Gastspiel vor. In ihrer Trampolin-Show machen sie richtig Alarm. In die Luftakrobatik haben die Drei eine sechs Meter hohe Wand eingebaut - die Nummer erinnert so eher an Kunst- und Turmspringen, die Schwerkraft scheint Urlaub zu machen. Das jüngste Mitglied, die 24-jährige Kayla, feiert ihren Geburtstag am Tag vor der Premiere. „Ich freue mich auf die Show und werde Aachen sicher nicht so schnell vergessen.“ Was dann aber nicht nur an ihrem Geburtstag liegen soll, wünscht sie sich stellvertretend für das gesamte Ensemble.

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