Wenn der Bus von der Campus-Bahn ausgebremst wird

Von: Christoph Classen
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Aachen. Dass es bei der Optimierung des Busverkehrs Verspätungen geben wird, ist bereits jetzt absehbar. Ausgebremst werden die Pläne durch die Campus-Bahn.

In der jüngsten Sitzung des Mobilitätsausschusses ging es um ein Gutachten zur Zukunft des Busverkehrs. Es ist mit ziemlich großen Umwälzungen verbunden. Aber es ging auch um die Campus-Bahn, für die es einen breiten politischen Konsens gibt. Ihre Realisierung wäre mit noch größeren Umwälzungen verbunden.

Klarheit eingefordert

Der Mobilitätsausschuss tat sich nun schwer damit, die für die Umsetzung der im Bus-Gutachten gemachten Vorschläge nötigen Planungen in Auftrag zu geben. „Wir wissen ja im Moment gar nicht, was auf uns zukommt”, sagte etwa Achim Ferrari (Grüne). Er meinte damit, dass man eine Perspektive für den Bus eigentlich erst dann entwickeln könne, wenn es Klarheit in Sachen Bahn gebe. Und weil nicht er allein dieser Meinung war, einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, das Gutachten nur zur Kenntnis zu nehmen - und erst einmal auf die Bahn zu warten.

Das Problem ist, dass das Gutachten 2009 in Auftrag gegeben worden ist, zu einer Zeit also, als die Campus-Bahn noch kein Thema war. „Aber seitdem hat sich ja vieles getan”, sagte Gaby Breuer (CDU). Knapp 100.000 Euro hat das Gutachten nach Angaben des städtischen Presseamtes gekostet, und wirklich sinnvoll dürfte das Geld nur dann investiert worden sein, wenn die Campus-Bahn-Pläne irgendwann beerdigt werden sollten.

Drei Szenarien entwickelt

Öfter, schneller, weiter: Das sind die Schlagworte, unter denen man die Empfehlungen des Gutachtens mit dem Titel „Busnetz 2015+” zusammenfassen kann. Drei Szenarien hatte das beauftragte Unternehmen Nahverkehrsconsult aus Kassel ursprünglich erarbeitet und aus ihnen schließlich eine „Vorzugsvariante” destilliert, deren Umsetzung dem Mobilitätsausschuss nun empfohlen wurde.

Weiterhin zentrale Bedeutung hat in diesem Konzept der Bushof. „Er ist das Herz”, sagte Gutachter Mathias Schmechtig. Allerdings gelte es an dieser Stelle, „alles mehr ans Licht zu holen”. Soll heißen: Die Haltepunkte sollen aus dem Gebäude in den öffentlichen Raum verlagert werden, was erhebliche Umbauten insbesondere im Bereich Blondelstraße erforderlich macht. Vorgeschlagen wird außerdem, am Bushof ein Achsenkreuz herauszubilden und wichtige Linien zu „Premiumprodukten” zu machen, auf denen zwischen 6 und 20 Uhr alle siebeneinhalb Minuten ein Bus fährt.

Zu den Auswirkungen eines solches Konzeptes gehört ein deutlicher Rückgang der Fahrgastnachfrage an der Haltestelle Elisenbrunnen, wo laut Studie 1800 Menschen weniger pro Tag in den Bus einsteigen würden (ein Minus von 18 Prozent). Deutlich mehr wäre dagegen am Willy-Brandt-Platz los, wo mit einer Zunahme der täglichen Einsteiger um 3800 kalkuliert wird. Der Gutachter weist zudem auf wesentlich mehr Fahrgäste im Bereich Campus/Altstadt, nördlicher Grabenring, auf der Trierer, der Jülicher und der Krefelder Straße hin. Insgesamt geht er von einer Zunahme der Fahrgastzahl um täglich 12 000 aus, während die der Umsteigevorgänge um 1800 sinken würde. Aber, und das bleibt das Problem, die Campus-Bahn könnte natürlich ganz erhebliche Auswirkungen auf solche Zahlen haben.
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