Wenn Architektur Kunst trifft

Von: Madeleine Gullert
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Kunst und Architektur ist die neue Ausstellung im Neuen Aachener Kunstverein gewidmet. Eröffnung: heute um 19 Uhr. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die beiden großen Fenster im Eingang des Neuen Aachener Kunstvereins sind mit weißer Folie beklebt, ausgelassen sind Linien, die ein Muster aus eckigen Flächen darstellen wie bei einem Kratzbild. Die Sonnenstrahlen projizieren das Muster auf den Boden.

Für Künstler Martin Weidemann besteht der Reiz seiner Arbeit darin, als Maler Kunst an einem Außenraum anzubringen. Genau dieses Verhältnis zwischen Kunst und Architektur beleuchtet die Ausstellung „Beyond Architecture“, die heute um 19 Uhr eröffnet wird und bis zum 3. August zu sehen ist.

Eine Schwarz-Weiß-Fotografie zeigt ein Einkaufszentrum im israelischen Haifa. Das Gebäude steht für Hunderte Objekte, die europäisch-jüdische Architekten nach ihrer Flucht vor dem NS-Regime in Israel gebaut haben. Diese Schätze aufzuspüren, das hat sich die in Aachen lebende Künstlerin Irmel Kamp zur Aufgabe gemacht. „Ich bin immer froh, wenn die Gebäude noch nicht renoviert sind“, sagte sie bei der Pressekonferenz am Freitag. Das WDR-Funkhaus in Köln ist das Objekt bei Karl Hugo Schmölz.

Höhepunkt der Ausstellung ist die Kurzdoku „Werner Balser. Verbindungen“, den der Aachener Philipp Noller mit Mike Kirchner gemacht hat. Das Intro zeigt Buchrücken: Werke, die Balser geschrieben hat – über Architekten. Der Film porträtiert den beinahe 90-Jährigen, der nach einer Lehre zum Schreiner die Liebe zur Architektur entdeckte. Noller lässt Balser erzählen, wie er Mies van der Rohe kennenlernte, wie er als erster das alte Japan mit der modernen Architektur verglich. „Es ist interessant, dass man heute als Künstler nicht auf ein Schaffensfeld festgelegt ist“, sagte Noller. Dass Balser Bücher über Architektur schreibt, sie fotografiert und Collagen bastelt, sei sein Weg, diese mit Kunst zu verbinden.

Ein anderer Höhepunkt wird sicher eine Lichtinstallation Horst Baumanns (Architekt des Rheinturms), die er schon vor 23 Jahren geplant hatte. Am 12. und 13. Juli soll nun in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut ein Diodenlaser den Campus Melaten, das Klinikum, das Ludwig Forum und den Kunstverein verbinden.

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