Wenn angehende Architekten um die Ecke denken

Von: Laura Hentz
Letzte Aktualisierung:
5236473.jpg
Innerstädtische Visionen gesucht: FH-Studenten unter der Leitung von Prof. Horst Fischer sollen in einem Wettbewerb Ideen für ein Eckgrundstück an der Borngasse entwickeln. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Städte nachhaltig und attraktiv gestalten – welcher angehende Architekt wünscht sich das nicht? Doch das Stadtbild im Zentrum noch wirklich zu verändern ist schwer. Zehn Masterstudenten der Fachhochschule nehmen sich in diesem Semester dieser Aufgabe an: Für den Wettbewerb der FH in Kooperation mit der S-Immo, der Immobiliengesellschaft der Sparkasse, wird von den Studenten „Um die Ecke gedacht“.

Dabei sollen architektonische Visionen für ein innerstädtisches Eckgrundstück entwickelt. Nur wenige solcher Grundstücke stehen überhaupt noch zur Verfügung. Darum freuen sich Franz Jansen, Geschäftsführer der S-Immo, und Professor Horst Fischer von der Fachhochschule, dass die Sparkasse ein Grundstück an der Ecke Borngasse und Theaterstraße zur Ideenfindung der Studenten zur Verfügung stellt.

Corinna Deister, eine der teilnehmenden Studentinnen sagt: „Gerade das macht Spaß: Eine Umgebung, die man kennt, verändern zu können.“ Und für Fischer ist die Theaterstraße eines der Glanzlichter der Aachener Innenstadt, das aber sicherlich in ein noch besseres Licht gerückt werden könnte. Dafür sollen sich die Studenten sehr genau mit dem Ort auseinander setzen, die Straßenecke komplett neu denken und dann Ideen entwickeln, die sich in das bestehende innerstädtische Gefüge integrieren. Fischer betont, der Wert der neuen Lösung müsse den der vorherigen aufwiegen: „Wenn man zerstört, dann immer mit Verstand.“

Bei diesem Stichwort horchen natürlich auch die Nachbarn auf, die den Hochgarten, der momentan das Grundstück schmückt, nicht verlieren wollen. Doch Fischer versichert, es gehe nicht darum, das Projekt konkret umzusetzen, sondern darum die Fantasie und das Können der Studenten zu Höchstleistungen der Ideenfindung anzuregen. Dazu gehört auch, nach Vorbildern Ausschau zu halten: „Wenn man so etwas praxisgerecht entwickeln will, halte ich es immer für gut, wenn man mit offenen Augen nach ähnlichen Situationen sucht“, erklärt Fischer und besucht deshalb mit den Studenten auch andere Städte wie Hasselt und München.

Zeit für ihr Projekt haben die Studenten von März bis Juni. Das ist ein straffer Zeitplan, der aber dem Berufsalltag entspricht. „Insofern ist das auch Training für die Zukunft“, versichert Fischer. Und Jansen betont, dass auch ein externer Architekt im Preisgerichts sitzt, das die Arbeiten bewertet. Schließlich wird hier deutlich, was die Architekten von morgen leisten können.

Jansen findet: „Es lohnt sich, den Nachwuchs zu fördern, um einen nachhaltigen Städtebau zu gewährleisten.“ Die fertigen Projekte werden im Juni in der Sparkasse am Friedrich-Wilhelm-Platz ausgestellt.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert