Wendlers Kniefall vor Aachen

Von: Robert Esser
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Kniet sich ziemlich rein: Schlagerstar Michael Wendler sammelte seine Fans vor der Eurogress-Bühne. Foto: Andreas Steindl
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Toller Service, super Stimmung: Lemonpie Eventcatering verwöhnte die Jecken kulinarisch, die „Wheels“ rockten zur Aftershow-Party im Foyer. Foto: Andreas Steindl
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Furchteinflößend: Diese beiden Jecken waren echte Hingucker. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Weil die Tanzformation „Kölner Rheinveilchen“ verspätet aus dem Programm fällt, springt Schlagerstar Michael Wendler am Samstagabend früher als geplant auf die Bühne. Von „Sie liebt den DJ“ bis „Zicke zacke zicke zacke – Hoi! Hoi! Hoi!“ präsentiert der Ex-Dschungelcamp-Bewohner seine ganze künstlerische Bandbreite auf der Eurogress-Bühne.

Die 1400 jecken Besucher der „Oecher Fastelovvendschau“ nehmen‘s mit Humor. Vorne an der Bühne wird ausgelassen mitgefeiert, während sich der ein oder andere sehnsuchtsvoll an Vorjahres-Stargast Jürgen Drews erinnert. Es ist eben „ein Spagat zwischen Tradition und Moderne“, den die Prinzengarde mit ihrem Kommandanten Dirk Trampen ins Rampenlicht stellt. „Ich bewundere Aachen. Wenn ich nicht in Dinslaken geboren wäre, würde ich hier leben“, sagt er nach seiner umjubelten Showeinlage. Und meint das nicht als Drohung, sondern als Liebeserklärung an die Kaiserstadt.

So sehr sich Wendler reinkniet – seine Showeinlage toppen die 4 Amigos zum Finale der Karnevalssause spielend. Jetzt rastet der Saal – kurz vor Mitternacht – tatsächlich komplett aus. Danach feiern viele noch bis in den frühen Morgen zur Livemusik der „Wheels“ im Foyer weiter. Das Bier fließt in Strömen. Genauso wie Stunden zuvor der Schweiß auf der Bühne: Mit 20 Musikern ist die Kölner Formation „Querbeat“ angereist. In grellbunten Strand-Outfits und mit sattem Bläsersound fegen die jungen Jecken über die Bühne und die Tischreihen im Zuschauerraum – sensationell!

Einen Höhepunkt ihrer 30-jährigen Karnevalskarriere erleben Josef, Jupp und Jüppchen bei der Prinzengarde. Der einzige Wortbeitrag des gut dreistündigen Programms feuert frische Lachsalven ins bemerkenswert aufmerksame Publikum – und trifft den Nerv. Stehende Ovationen goutieren einen fantastischen Auftritt der jecken Urgesteine Ägid Lennartz, Hubert Crott und Albert Gehlen, die dieses Jahr keinen Kurzauftritt beim Orden wider den tierischen Ernst absolvieren möchten.

Weil der Programmablauf etwas aus den Fugen gerät, muss die frisch von Ex-Prinz Bernd Marx gegründete AKV-Schautanzgruppe gleich zwei Mal hintereinander ran. In imposanter Präzision und zur bevorstehenden Reit-EM in ganz auf Pferd getrimmter Choreographie fliegen die jungen Tänzerinnen (und ein Tänzer) übers Parkett. Bloß die unvorteilhaften Kostümhosen beeinträchtigen das Bild beim sonst so mitreißenden Doppeltanz.

Prinz Axel II. und Gefolge ernten mit schmissigen Karnevalshits tosenden Applaus. Sobald der Narrenherrscher singt, geht sein Volk begeistert mit. Man läuft warm für die kommenden 35 Sessionstage. Dass die stolze Garde den ein oder anderen Ausrutscher bei Hebefiguren des neuen Tanzpaares Sabrina Hagen und Marco Krings verkraften muss, steckt man an einem solchen Abend locker weg. Was der Wendler übrigens auch so sieht.

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